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12 Jahre nach Hamburger Senkrechtstart krönt sich Zverev in Lieblingsstadt Wien zur Nr. 1

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Vollbracht! Geschafft! In Wien, einer seiner Lieblingsstädte, und beim Erste Bank Open 500, eines seiner Lieblingsturniere, wo er sich als Publikumsliebling bei den Fans bedankte, krönte sich Alexander Zverev, der knapp 30-jährige Hamburger mit russischen Wurzeln, mit 6:4, 6:4 gegen den Holländer Tallon Griekspoor zur 30. Nummer 1 der Tenniswelt – als zweiter Deutscher nach Boris Becker vor 36 Jahren. Auch wenn Sinner und Alcaraz einen Großteil der Saison verpassten, die großen Siege, die Zverev heuer gefeiert hat, muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: French Open, US-Open, dazu noch Finale in Wimbledon und weitere Erfolge. Mehr als gewinnen kann man nicht – dieser Spruch trifft auf Zverev zu.

Zugetraut haben es ihm auch in Deutschland die wenigsten, weil es in seiner Karriere immer wieder Rückschläge und einen Knacks, als er sich im French-Open-Semifinale als domierender Spieler gegen Nadal schwer am Knöchel verletzte, einige Monate keine Turniere spielen konnte. Aber Zverev, das Stehaufmännchen, das mit medialen Stichen und Sticheleien auch seine Zuckerkrankheit in den Griff bekam, schaffte das Comeback mit der ihm eigenen Beharrlichkeit.

Und dazu gehört auch die Mannschaft mit Vater, Bruder, Hitting- und Doppelpartner, Physiotherapeuten und Freundin Thomalla, an der er stets festhielt, auch wenn´s Zurufe von außen gab, es doch mit Bobele Becker zu versuchen. Zverev aber hielt an seiner Devise fest, die hieß: Bring your Family! Und so standen sie dann alle heute Abend neben Sascha und der überdimensionalen Eins, die er heute wurde und als die er offiziell erst Montag von der ATP ausgeschildert wird.

Davon mag er mit den deutschenTennisfans schon 2014 geträumt haben, als er als 17-jähriger Schlaks am Hamburger Rothenbaum kam, sah und auch vor mir als Augenzeugen so lang siegte und so lange Interviews gab, bis ihn der Spanier Ferrer  im Semifinale abrupt stoppte. Nichtsdestotrotz träumte Deutschland bei ihm schon vom neuen Becker, der schon als Teenager wie einst Bumm-Bumm auftrumpt. Das wurde ad hoc nicht gespielt, weil sich das Auf und Ab seines Tennisleben danach in Kitzbühel dokumentierte, wo er vom Meeresspiegel kam, um in der Höhenlage die Bälle reihenweise ins Out zu bpfeffern, san- und klanglos ausschied. Verständlich, dass er darob einen Bogen um die Gamsstadt machte, um sich alternativ in Wien zu verlieben, wo er einmal gewonnen hat. Und heute abends zur Nr. 1 wurde. Ein historisches Ereignis, das mit den Erste Bank Open 500 um die Tenniswelt ging.

Wenn Geschichte geschrieben wird, schrumpfen selbst epische Dramen wie der 4:6, 6:3, 7:6-Sieg von Daniil Medwedew gegen den Briten Norrie, der bei 5:3 im 3.Satz schon Matchball hatte, ebenso zur Randnotiz wie der packende 2. Satz, den Rodionov-Bezwinger Nikoloz Basilashvili gegen Superstar Carlos Alcaraz zeigte, dabei inige Satzbälle vergab, ehe er doch in zwei Sätzen gegen den Favoriten verlor. So ist es halt, ich wiederhole mich, wenn Topleute den Außenseitern mit ihrem Flair, aber auch knallhartemn Overdrive den Nerv ziehen… 

TENNIS. Erste Bank Open 500, Wr. Stadthalle, Ergebnisse: Achtelfinale: Medwedew (Rus) – Norrie (GB) 4:6, 6:3, 7:6 (nach 0:3, 7:1 im Tiebreak), Alcaraz (Spa) – Basilashvili (Geo) 6:1, 7:6 (12:10). ‚

WTA 250, Guangzhou, China: Lilli Tagger war auch gegen die Polin Magda Linette eine Klasse für sich, steht nach einem glatten 6:2 6:2 im Viertelfinale des Turniers.

 

 

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