I
Welch ein Glanz- und Glitter-Abend bei der Sporthilfe-Lotterien-Gala in der Wiener Stadthalle mit Siegern in einem Weltsport wie (Straßen)-Radrennen durch den Giro- und Vuelta-Helden Felix Gall und einem Nischensport wie High-Speed-Skeleton mit Olympiasiegerin Janine Flock, aber auch Niki-Trophäen für den Fußball, der ganz schön abräumte, obschon dieser Tage nicht nur die Preisträger Kühbauer & Kalajdzic eine auf den Deckel bekommen hatten. Das hat Herbert Prohaska, inzwischen ziemlich kahles, einstiges Schneckerl der Nation samt Alle-Neune-Kegel-Abend von Valencia längst hinter sich gebracht und war auch keiner Rede mehr wert, als er unter Standinng Ovation für sein Lebenswerk geehrt wurde. Da blieb, wie es so schön heißt, kein Auge trocken. nicht erst, als ihn die Enkelkinder auf der Bühne hochleben ließen, wischte er sich Tränen aus den Augen.
Ob die Bilder, als er sich davor mit der omnipräsenten, unüberhörbaren, obendrein telegenen Barbara Schett die Fuß- und Händeabdrücke nehmen hatte lassen, auch tatsächlich um die Welt gingen, wie es der ORF als Mitgestalter in aller Bescheidenheit verkündete, sei eher dahingestellt. Die bullige Konkurrenz des dominanten Staatsfunks bekam übrigens für den Wings for Life World Run auch einen Niki. Edel, hilfreich und gut, so hat schon der alte Goethe befunden, sei der Mensch. Also lieber Mensch, ärger Dich nicht, wenn manches mitunter etwas zu dick aufgetragen wird.
Was ehedem eine Wahl zu Sportler: Innen des Jahres war, womöglich noch einer Mannschaft, hat sich mittlerweile zu einer inflationären Preisverteilung ausgewachsen, bei der man das Gefühl nicht los wird, dass die Hofräte Hinsichtl und Rücksichtl dabei mit ihm Spiel sind, wenn es darun geht, Krethi und Plethi zu hofieren. Darunter den Titelgeber der Gala, die Lotterien, die von Staats wegen, also per Gesetz, eine staatlich verordnete stattliche Summe per anno für den Sport abliefern müssen, zusätzlich aber, das sei gelobt, auch noch ÖOC und andere Kultur- und Sportorganisationen sponsern. Das Glück(sspiel) ist manchmal auch ein Vogerl, das nicht weg-, sondern zufliegt.
Unter den geladenen Gästen befand sich übrigens auch der aus der Dreier-Shortliste der Siegerkandidaten wegen angeblichen Macho-Gehabens entfernte Benjamin Karl , bester Snowboarder der Geschichte, mit seiner Frau. Der Grissmann-Schwiegersohn und Boarder-King hätte sich als kleine Entschädigung für eine (ver) öffentlich(t)e Rufschädigung zumindest eine Geburtstagstorte verdient, um in dem illustren Rahmen seinen 41er zu feiern. Und darauf womöglich auch mit Prohaska und seinem nur im Publikum sitzenden ORF-Partner Rainer Pariasek anzustoßen, was die beiden nach Sendungen eigenen Worten nach ja mit einfachem oder doppeltem Whiskey oft getan haben. Prost, Mahlzeit. Und bis zum nächsten Jahr und der nächsten Wahl.

