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Hut ab vor Wien-Turnierchef Straka, der Alcaraz ködern konnte

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Die Sensationsmeldug des Tages aus heimischer Perspektive hat nichts mit der Sportler: Innen-Wahl an einem Gala-Abend zu tun, sondern hat mit Weltsport zu tun. Anders als seinerzeit bei Rafael Nadal, der mehrmals angekündigt war, aber im Gegensatz zu Federer und Djokovic, Zverev und Medwedew nie in Wien gespielt und daher auch nie gesiegt hat, kommt der siebenfache Grand-Slam-Sieger Carlos Alcaraz zum Erste Bank Open 500 nach Wien.

Wenn Carlito, der mittlerweile das Bubi-Image mit Schnurrbart einer AWette wegen abgelegt hat, am 27. Oktober in der Stadthalle aufschlägt, dann wird der temporäre Tennistempel gerammelt voll, ganz sicher total ausverkauft sein – und mich als älteres Semester nicht nur an Musters Comeback, sondern längst vergangene Zeiten erinnern, als die Stadthalle noch keine Tennis-Arena war, vielmehr mittendrin ein Boxring stand, auf den ganz Wien abfuhr, wenn der inzwischen bald 80-jährige Hans Orsolics die Fäuste schwingen ließ. Ich hab´ heut´  noch in den Ohren, wie mehr oder weniger gute Freunde oder periphere Bekannte säuselten: „Bist do so guat mit´m Direktor Jungbluth, kannst ma ka Koartn organisieren?“

Man kann Turnierdirektor Herwig Straka nur gratulieren, dass er sozusagen über Nacht den dicksten Fisch geködert hat, der noch fehlte. Und das konnte, wenn sie mich frageb, auch nur gelingen, weil Straka – mit Peter Michael Reichel auf dnr WTA-Seite – zu den wenigen heimischen Veranstaltern, Managern und Funktionären zählt, die international über die wichtigsten Gremien bestens vernetzt, daher auch immer schnell am Ball und damit auf Draht sind, was man ja sonst von anderen Österreichern in den meisten anderen (Welt-) Sportarten kaum sagen kann. Auch zwischen Turnierdirektoren hier und anderswo herrschen Unterschiede wie Tag und Nacht. Einer verkauft heiße Land- und Jahrmarktluft, der andere ein Spielerfeld mit der baldigen wie ehemaligen Nummer 1 und einem halben Dutzend der Top 10 im Herren-Tennis.

Davor kann man nur respektvoll den Hut ziehen und anderen Sportmanagern/funktionären raten, dass sie sich an Herwig Straka und Kommilitonen vor allem insofern ein Beispiel nehmen sollten und müssten, dass es Internationaler Reputation und damit erstklassiger Verbindungen bedarf, um ein anerkannter Global Player zu werden statt lokale Größen im regionalen Rahmen zu bleiben.  Viel besser besetzte 500er als die Erste Bank Open 500 wird´s weltweit kaum geben. Schade nur, dass die leider-doch-nicht-Sportstadt Wien  noch immer oder noch lange keine neue Halle hat, die man brauchen bzw. verlangt würde, um ein Masters-Turnier zu veranstalten. Dafür dürfen wir uns jetzt auf ein Mini-Masters mit dem möglichen ultimativen Duell Zverev – Alcaraz freuen. Es sei denn, einer der anderen Topstars spuckt hinein….

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