Die Abwärtsspirale dreht und dreht sich bei der Wiener Austria in einem erschreckenden Tempo. Auch der erhoffte Rettungsanker namens Cup, den die Violetten öfter gewonnen haben als alle anderen Vereine, war kein Patentrezept, sondern endete gegen Hartberg, den respektablen Dorf-Klub der Präsidentin Annerl, mit dem verlorenen Glücksspiel, das Elferschießen heißt. Wennst ka Glück host, so der Volksmund, kommt´s Pech no dazua. Und doppelt bitter, dass just der grünweiße Erzrivale einsam von der Spitze lächelt, als würde er die Violetten verspotten. Welch eine Spitze im wahrsten Sinn des Wortes ausgerechnet vor dem sowieso emotionalen Derby, das ansteht…
Da die Austria mit Helm den Scherb´n aufhatte, hat sie ihn nach kurzem Hin und Her wohl wegen der Abfertigung entfernt und, lachen Sie bitte nicht, just in dieser kritischen Phase durch den Trainer der Young Violets, also der Nachwuchstruppe, ersetzt. Was erwarten sich die Entscheidungsträger von Max Uhlig, einen erst 33-jährigen Neuling in der obersten Spielklasse, der jünger ist als der im Nationalteam längst aussortierte Dragovic, sofern der Ex-Serbien-Legionär fit und bereit ist, eine Führungsrolle zu spielen? Ja, da kann man nur noch den Kopf schütteln ob dieser Kopflosigkeit, die den zweiten Wiener Traditionsklub mittlerweile seit Jahren gepackt hat. Kein Wunder, wenn seit Jahren auch Köpferollen mehr angesagt ist als Ruhe, um zum Sturm zu blasen.
Mittendrin oder doch eher nur adabei, weil sich auch Kleingeld daraus schlagen lässt, die Kommunalpolitik(er), die mit dem Stadionkauf in Vorlage getreten ist/sind, um eine Insolvenz oder gar den Zwangsabstieg zu vermeiden. Das war aus violetter Perspektive natürlich ein schöner Zug des mehr oder weniger roten Establishments, das dafür mit adminstrativen Führungspositionen im Traditionsverein belohnt wurde. Gut und schön, mit (fnanzieller) Wien-Energie war nichts zu machen, weil die ja schon besonders grün gefärbt ist, aber ein paar andere Unterehmen, die dem Staate zu Diensten stehen, haben sich ja auch noch finden lassen.
Trotzdem kann sich Austria keine großen Sprünge leisten, sondern muss darauf hoffen, dass auch – Pardon pour l´ expression – Kleinvieh Mist macht. Sorry, dass mir dieses Sprichwort entschlüpft ist, weil ja wirtschaftlicher und sportlicher Mist am Verteilerkreis schon so lange so viel gebaut, wurde, dass sich eine der Galionsfiguren der Violetten, der clevere Ein- und Verkäufer in Auto- wie Fußballbranche, der legendäre Joschi Walter, im Grabe umdrehen muss. Und sich unsereins nur wundert, dass ein Jüngling den Augiasstall ausmisten soll …
