Es ist nur Abschied in zwei Etappen, aber der letzte Akt war’s nur für die Albiceleste, also Argentiniens Nationalteam nach dem verpatzten, unwürdigen und würdelosen WM-Finale. Damals war Lionel Messi, Maradona-Erbe als kleinwüchsiger Fußballriese just in einem Giants-Stadium samt Kollegen zum Statisten der Spanier geschrumpft, dem weder Raum noch Zeit gegeben wurde, den mit König Pele und Diego, der Hand Gottes, im Wettlauf mit Cristiano Ronaldo besten Kicker hervorzukehren. Just in den USA, der letzten Fußball-Wahlheimat, war vieles schiefgelaufen für den verhinderten Messias, verschossener Elfer und verjuxter Hundertprozentiger beim 2:0 gegen uns inbegriffen.
Aber gestern war alles anders. Da bereitete Messi vor 85.000 euphorisierter Fans in Buenos Aires im Spiel gegen Benin zwei Tore vor, ehe er zum krönenden Abschied einen Elfer zum 3:0 verwandelte. Die Afiicionados waren hingerissen vom Finale furioso ihres Fußballgottes, der noch einmal demonsttierte, dass der argentinische Fußball auch ein weit schöneres Gesicht hat als jenes, das er vor drei Monaten in den USA gezeigt hatte. Damals wäre es, um das in Anspielung an Cristiano Ronaldo so zu formulieren, im Grunde für einen begnadeten Kicker und nicht knochenarten/brechenden Körper zum Davonlaufen gewesen angesichts des Antifußballs, den seine Mannschaft vor allem im Endspiel gezeigt hatte…
Nach dem 208. Länderspiel flossen beim Rekordschützen diesmal Tränen der Freude wie der Erleichterung, einen glanzvollen, bejubelten Schlusspunkt hinter seine Teamkarriere gesetzt zu haben, im Reinen mit sich, seinen Mitspielern und seinem Teamchef Scaloni als Kontrastprogramm zu Ronaldo, der die beleidigte Leberwurst spelte nicht wie ein 41-jähriger, der über den Dingen steht, sondern ein kindlicher Trotzkopf, der nicht verstehen kann, dass auch eine verdienstvolle Größe wie er ein Ablaufdatum hat. Erst einige Tage später scheint Ronaldo die Vernunnft eingeholt zu haben, weil er sich beim Teamchef mit dem beziehungsvollen Namen Jesus für seine abrupte Absentierung vom Team entschuldigend zu Kreuze kroch und zugleich anbot, gerne wieder für den Europameister und Nationscup-Sieger spielen zu wollen. Vielleicht auch, um Messi sozusagen rechnerisch in Statistiken hinter sich zu lassen,, Weltmeister aber, dsas möchte ich wetten, wird das Auslaufmodell wohl nie mehr werden…
