Wer die Aussendungen der jeweiligen Sportverbände im Teletex oder Printmedien liest, der könnte vermeinen, dass unsere Leichtathleten(innen und Schwimmer: Innen nur so vor Topleistungen bis Medaillenchancen bei ihren Europameisterschaften strotzen. Kaum hat der Schwimmverband vermeldet, mit der protzigen Zahl von 23 Sportler: Innen ab heute im Pariser Olympiarevier nach Spitzenergebissen, wurde er vom ÖLV, dem LA-Verband überztroffen, der voll Stolz berichtete, ab 10. August mit exakt zwei Dutzend Athleten/innen ein EM-Rekordteam nach Birmingham nominiert zu haben. Hurra, wir simd da. Oder gaukeln es ud anderen einfach mir vor, weil Papier geduldig ist.
Alles so gezimmert, als wollten die einen wie die anderen den – übrigens falschen – Eindruck erwecken, international auf der Überholspur zu sein. Und es gibt genügend jüngere und junge Kollegen meiner Branche, die sich davon bluffen oder blenden lassen, weil es ganz in ihrem Sinne ist, mit welchen Rekorden und Superlativen auch immer für Schlagzeilen zu sorgen, die in den wenigsten Fällen der sportlichen Realität uud Ratio entsprechen. Natürlich gibt´es auch internationale Limits, die mittlerweile aber auch durch dubiose Mix- und sonstige Team-Staffeln dazu genützt werden, die härteren Quali-Ansprüche zu umgehen.
Früher einmal, ehe der Gender-Wahnsinn seinen ungebremsten Lauf nahm, öschwimmend, rennend oder springend, hötte es diesen auch sportlich höchst dubiosen Unfug nicht gegeben, der im Grunde alles nur verwässert, sprich: nach unten nivelliert, wobei hierzulamde, wie könnte es anders sein, auch Freunderlwirtschaft und Nepotismus eine wichtige Rolle spielen. Nach dem geflügelten Wort: Derf´s a bisserl mehr sein, haben die beiden größten und wichtigsten olympischen Sportverbände als Rekorde hingestellt, was im Wahrheit, das lässt sich anhand einiger Beispiele dokumentieren, in Verdrehung der Daten und Fakten nichts anderes ist als eine Schwemme. Was das bedeutet, können jene, die das Wort nicht (mehr) kennen, auf Google erfahren.


Von den 23 Wassersportlern in Paris ist höchstens ein halben Dutzend gut genug, um aVorkämpfe/läufe zu überstehen, der Rest ein Füllmaterial, das aichj bei kleineren Meetings nichts gewinnt, aber immerhin Erfahrung sammel kann, denn aus Fehlern lernt man mehr als aus Pseudo-Erfolgen auf dritter Ebene. Was der Sohn eines Vizepräsidenten des Schwimmverbandes (Foto OSV) im schönen Paris zu suchen hat außer Sightseeing wie beim Sette Colli in Rom, wo er im Niemandsland herumkrebste im Rückwärtsgang, kann uns keiner plausibel erklären.
Und warum der von Mittelstrecke bis Marathon mehr oder weniger international erfolglose Andreas Vojta (Foto VCM) wie Kollegin Eva Wutti nach Birmingham delegiert wurde, lässt sich mir nur so erklären, dass man den Sohn eines langjährigen roten Bürgermeisters als Rekordler verkaufen kann – allerdings nur, was EM- und WM-Teilnahmen betrifft. Ja, das sind heutzutage Kriterien, um bei einem kontinentalen Highlight teilnehmen zu dürfen. Die heurige Zeit Vojtas beim WSien.Maratjin (9.) liegt etwa eine Viertelstunde über dem Weltrekord. Und gut fünf Minuten über dem kürzlich von Aaron Gruen aufgstellten ÖLV-Rekord!
Da lobe ich mir den Ruderverband, aus dem der einstige Einer-WM-Finalist und neue ÖOC-Präsident Horst Nussbaumer kommt. Da die Vorzeige-Ruderin Maggie Lobnig, olympische Medaillengewinnerin; bei der heute beginnenden EM nicht startet, sind´s nur drei, jawohl drei Boote (Einer leicht und schwer, Zweier), die sich nach passablen Weltcupresultaten mit der Elite messen – und schon jetzt wissen, dass es für sie schwer wird, die Besten zu fordern und zu ärgern. Echte Realisten halt und keine fantastischen, die sich und anderen ein X für ein U vormachen. Auch das in einem wahren Rekord-Ausmaß…
