Spielerisch war´s lange Zeit nicht gerade das Gelbe vom Ei, um salopp zu formulieren, wie es Österreichs neuformiertes Fußbalteam in Dublin gegen Irland angelegt und dabei erst ein irisches Traumrtor durch den Betis-Sevilla-Legionär Parrott, auf Deutsch Kakadu, kassiert hatte, dem der Paradiesvogel ein zweites per Elfer nachlegte. Wie sich die Österreicher nach dem Wechsel mit Eingewechselten allerdings wie ausgewechselt präsentierten, war aller Ehren wert.
Und mit bestem Beispiel voran ging der neue Captain Xaver Schlager, nicht nur Kampfschwein und Laufmaschine, sondern inzwischen auch einer, der den einen oder anderen zwingenden, letzten Pass spielen kann. Und was Moral und Fighting Spirit betrifft, so lieferte der Neo-Nottingham-Legionär die Probe aufs Exempel. Die erste Hälfte war besorgniserregend gewesen, die zweite hingegen auch der Beweis, dass die Rangnick-Truppe dank der Legionäre (und Kalajdzic zählt im Grunde als Leihgabe für den Lask dazu) über eine so große breite Dichte im Kader verfügt, dass einer den anderen nahtlos oder noch besser ersetzen kann.
Wie gesagt, die Peripetie nach der Pause mit neuen Geasichtern, die das Gesicht des Teams entscheidend veränderten, war die Reaktion aufs Hinterttreffen, zum anderen aber auch, ob konditionell oder ideell, das ist so eine Frage wie mit Henne und Ei, dass die Iren unübersehbar auf Verwaltungsmodus geschaltet hatten statt weiter aufs Tempo zu drücken.
Das wieder hat mich an Weltmeister Spanien erinnert, der nach einem Blitzstart die Kroaten im NL-Duell so kontrollierte und so dominierte, dass er es kurz allzu locker nahm. Und dafür, dass er den Fuß vom Gaspedal bahm, mit dem 1:1 bestraft wurde. Nur eine Momentaufnahme, weil Spanien wieder auf Overdrive schaltete. 5 Prozent auf oder ab können auf höherer Ebene alles umdrehen
Wie auch immer, die Österreicher nützten die Gunst des Aiugeblicks, um sich von der dominierten zur dominanten Mannschaft zu verwandeln. Obschon mit dem gerechten 2:2, dem am Ende nur ein Schuss Glück fehlte, um die Aufholjagd siegreich zu krönen, die ersten beiden Punkte verloren wurden, war die zweite Dublin-Hälfte die mit Abstand beste Leistung seit einer lange Periode, gefüllt mit enttäuschenden Darbietungen und täuschenden Erfolgen. Um Fortsetzung im und gegen Kosovo wird hiermit gebeten. Das die Konsesquenz aus der G’schicht, in der (Kampf-) Moral eine wesentliche Rolle spielte…
