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Wenn Komödiantin Leyrer auf 75 Bühnenjahre voller Anekdoten blickt

judit metzger-bodnar

Auch wenn Sport als dramaturgische Bühne mein Leben geprägt hat, so hat mich schon als (frühem a. o.) Studenten  sowohl das Theater als auch Oper und speziell Musical mit allem Drum und Dran stets interessiert und fasziniert, nicht nur, weil auch Leonard Bernstein bei einem der legendären „Presse“-Gschnas-Feste sich auf einem Hometrainer schwang, um in voller Anzugsmontur in die Pedale zu treten. Einer der unvergesslichen Lokalaugenscheine abseits Sportarenen. Wie jene auch bei der sogenannten Kleinkunst, die der großen Kunst bedarf, die Lachmuskeln des Publikums zu kitzeln.

Eine vom alten Schlag und meines Jahrgangs, die morgen ihr nie verheimlichtes 83. Wiegenfest feiert, ist die kleine, immer noch umtriebige, oft unterschätzte, aber witzig-schlagfertige Schauspielfreundin Edith Leyrer, die aus Anlass ihres 75-jährigen Bühnenjubiläums einen launigen Gesprächsabend (mit Peter Horak) unter dem Titel: Blick zurück mit vielen Promi-Gästen aus nah und fern veranstaltete. Schauplatz? Komödie am Kai – wie es sich für eine Komödiantin gehört, nicht wahr.

Geschichte und Geschichten, Anekdoten und Histörchen wurden von ihr in der ihr eigenen Art aus der Mottenkiste geholt und so präsentiert, dass man darob höchstens Freudentränen weinte. Wie über ihren Wunsch als Dreijährige, unbedingt Schauspielerin werden zu wollen, ohne eigentlich zu wissen, was dieser Beruf s ist. Und da sich früh üben muss, wer was werden will im Leben, stand sie, ein Dreivierteljahrhundert an Quicklebendigkeit ist´s her, als Achtjährige erstmals auf den Brettern, die ihre Welt bedeuten sollten – als schnurrender Kater! ihn legte sie ab, um ein beliebtes – und vom Architekten-Ehemann Heinz Busch geliebtes Kätzchen zu werden, das nach der Ballettausbildung auf fast alen Hochzeiten tanzte, die das Theater zu bieten hat: Ballett (in Saarbrücken), Musical (Volksoper), Kabarett (Simpl), Film, Fernsehen – und Tournee-Theater, das Edith nach China führte, wo sie in ihrer körperlichen Putzigkeit das Monumentale im Reich der Mitte kennenlernte – vom Luster so groß wie eine Bühne bis zum Begrüßungsdrink bei Bürgermeistern der Millionenstädte, wo alles Schnaps war. Sie ließ ihn zum chinesischen Prost Gan Bay (Chanbei) lieber durch die Finger rinnen statt ex zu trinken, um dem onst sicheren Rausch ohne Bühne zu entgehen.

Bei Leyrer paart sich Geistreichheit mit Schlagfertigkeit. Auch noch in ihrem Alter, das man ihr weder  ansieht noch anmerkt. Sie kann in Umkehrung des Osborne-Klassikers getrost sagen: Blick zurück OHNE Zorn. Ad multos annos, liebe Edith! 

 

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