Wie lange es hinter den Kulissen schon gegärt hat, weiß ich nicht. Wenn dem so war/ist, dann wurde es sehr gut unter Verschluss gehalten von Ohnmächtigen, die sich mit schon viel zu lange mit viel zu (Ohn) Mächtigen verbrüdert – oder wie wir in Österreich sagen – auf ein Packl g’haut haben. Und so musste Peter Schöttel fast aus heiterem Himmel als Sportdirektor des Fußballbundes über die Klinge springen. Eine, die so scharf war, dass er nicht einmal mehr den Abschlussbericht über die eher verpatzte WM-Endrunde abliefern durfte. Wer weiß, zu welchem Schluss Schöttel über den Schuss, der nach hinten losgegangen war auch für ihn als Sportchef, gekommen war, wer weiß. Ausnahnsweise bei ihm als Lautsprecher statt als Leisetreter…
Ja, was steckt hinter der Trennung, die längst beschlossene Sache war, sonst hätte sie ja nicht der „Kurier“ dank eines auch im ÖFB verankerten Redakteurs vorsichtshalber nur in der Online-Version hinausposaunt. Es waren keine Fake News, sondern vollendete Tatsachen, vor die der Sportdirektor, lange genug Hampelmann des deutschen Doch-Nicht-Wunderwuzzis, aber medialen Lieblings-Teamchefs, gestellt wurde. Warum aber wurde, um Klartext zu schreiben, der gleiche Schöttel wegen divergierender Zukunfsvorstellungen (von wem bitte? Etwa vom Raika-Ableger Pröll, der 2020/21 schon mit der Austria am Insolvenz-Abgrund gestanden war?) heute mit bestem Dank und höchstem Respekt für seine neun höchst erfolgreichen Jahren vom ÖFB weggelobt, auf Deutsch: gefeiert und dabei gefeuert wurde. Mehr Heuchelei, um das Gewissen zu beruhigen, kann’s nicht geben. Genierer? Fremdwort!
Für mich so skandalös wie viele Fehlentscheidungen/Fehlgriffe im Vorfeld und während der enttäuschenden WM-Endrunde, für die in erster Linie der deutsche Teamchef als neuer – oder schon älterer Freund – des Vizekanzler-Sportministers BlablaBabler – verantwortlich zeichnen müsste. Wie ich unterwegs zu 50 Jahre Hotel Karl Schranz den Berichten entnehmen konnte,hat R. R. heute – verständlicher Weise – mit Abwesenheit geglänzt, da er ja von Andreas Babler auch zur Enquete über den ORF eingeladen worden war wie zuvor schon zu den Salzburger Festspielen. Wie sich die personellen Dinge weiter entwickeln, darüber soll in den kommenden Tagen informiert werden. Offenbar muss man noch prüfen, ob der genannte Schöttel-Nachfolgekandidat Prödl ein so williger Ja-Sager wird wie der Vorgänger. Spannend, wie die neue (Polit-) Achse in Zukunft ausschaut….
