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OLYMPISCHE WINTERSPIELE 2026 KURZ GEFASST

Bella Italia und die Eis-Lollobrigida, die Goldes wert ist

Der erste offizielle Tag der Winterspiele in Mailand und Turin fiel nicht so aus, wie man sich das hierzukande und auch vom ÖOC und ÖSV erhofft hatte, Währen der Gastgeber als wahrhaftes Bella Italia über die erste Goldene durch Francesca Lollobrigida im 3000m-Eisschnelllauf mit olympischem Rekord von 3:54,28 Minuten. Bei Francesca, die auch oft mit den Österreichern trainierte, handelt sich um keine geringere als eine der Großnichten der legendären, vor wenigen Jahren verstorbenen Filmdiva Gina Lollobrigida, die mit Landsfrau Sofia Loren und der jüngst verblichenen Französin Brigitte Bardot als eines der größten Sexsymbole der 50er- und 60er-Jahre gegolten hatte. Derweil die Tifosi in Malpensa ihre Kufen-Diva bejubelten, sparte die 19-jährige Junioren-Weltrekordlerin Jeannine Rosner aus Innsbruck nicht mit Selbstkritik nach ihrem 19. Platz in einer relativ passablen Zeit von 4:08 etwas Minuten. Rosner wusste nicht so richtig, woran es lag, dass sie als  Ausdauerläuferin nach einer scharfen zweiten Runde dann eingegangen  war, ihr Tempo für eine Spitzenzeit unter vier Minuten nicht halten konnte. „War´s die Verkühlung, lag´s am Training, der Olympiastress und die Nerven, ich weiß es nicht…“ Rosner weiß aber, dass sie am Montag die 1000m besser laufen kann. Schon morgen ist Alexander Farthofer, 20, über 5000m dran. An der Traumzeit von 6:01 plus auf der Hochlandbahn von Salt Lake City wird man ihn im langsameren Indoor-Rink von Malpensa nicht messen dürfen ..

Während also der Gastgeber sein erstes Gold kassierte, die Norweger auch ohne Anzugschwindel bei den Schanzendamen siegten und die Schweden in der 10km-Frauen-Loipe  (Teresa Stadlober nach einer Grippe Neunte) einen Gold-Silber-Doppelpack schnürten mit Karlsson und Andersson vor Norwegens Evergreen Heidi Weng, rührt Rotweißrot vorerst nur die Blechtrommel. Auch wenn Lisa Eder aus dem geschrumpften Adlerinnenhorst die Flügel auf der Normalschanze wuchsen, sie auch mental dem Druck standgehalten und die Favoriten herausgefordert hatte, so landete sie schlussendlich auf dem bei Olympia – wie für Topstar Odi („Sehr enttäuschend!“) in Bormio –  undankbarsten vierten Platz, den sich niemand wünscht, weil in aller Brutalität im Zeichen der 5 Ringe nur die ersten Drei zählen. Ob sich da unsere vier Abfahrtsdamen gegen die Kreuzband-Lindsey und Konsorten  a la Tofana-Vizeweltmeisterin 2021, Kira Weidle-Winkelmann aus dem Puelacher-DSV-Stall morgen einmischen können, bleibt nach dem abgebrochenen letzten Training ein Buch mit mehr als sieben Siegeln. Auch da wurde mit der Vorarlbergerin Ariane Raeder die beste aus der ÖSV-Riege (mit Hütter, Ortlieb, Puchner) nur Vierte …

Aber wenn alle Stricke reißen, dann kann hjoffentlich der Oberrodler mit seinem verschmitzten, dreimal olympisch vergoldeten Ex-Rivalen und Material-Guru Schorsch Hackl wieder einmal im Eiskandal Patsch ( oder dem Patschen) helfen. Zwar liegt der Titelverteidiger von Peking, der sächsische Deutsche Max Langenhan schon wieder vorn, aber der mehrfache Weltmeister, Europameuster und Weltcup-Podestler Jonas Müller (Foto ORF) aus dem Ländle hat als komfortabler Zweiter vor dem Südtiroler Fischnaller und dem  Letten Aparjods eine Medaille im Visier, die auch für die  beiden Tirol-Rodler Wolfi Kindl und Nico Gleirscher mit den Rängen 5 und 6  noch nicht ganz aus dem Auge seikn  muss. So gut wie alle Chancen hat hingegen der zweimalige Olympiasieger Felix Loch (2010/14) vom bayrischen Königssee (seit Jahren gesperrt) mit einem Rückstand von fast einer Sekunde so gut wie verspielt.

Tu felix Austria aber magst nicht ruhig, sondern foh sein, dass es sich aus dem ehemaligen k. und k.-Partner Tschechien geholt, geschult und eingebürgert hat, der sich als Vierter in der Qualifikation für den Big-Air-Ski-Bewerb in der Zollfreizone Livigno auch bei der Jury für ein Plodesterl empfohlen hat. Matej Svancer, so heißt der clevere, aber wagemutige Twen, der vielleicht aus der rotweirroten Not eine Tugend macen kannt. Jetzt also schließt sich mehr als 100 Jahren auch der Kreis mit dem böhmakelden Spruch: Als Bemen noch bei Estreich war….

 

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