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Von der Flut neuer Medaillen-Bewerbe und einem alpinen Skisport, der sich auch ohne Exporte globalisiert

Vor lauter Goldrausch und Medaillenregen bei unseren Helden wird leicht übersehen, dass selbst in klassischen Diszpinen, vor allem aber in den fliegenden Extremsportarten, die Akrobaten verlangen, viele Flachländer bis zu vermeintlichen Exoten nicht nur nach dem olympischen Prinzip dabei, sondern mittendrin im Kampf um Medaillen sind: Japaner, Chinesen, Australier, Neuseeländer mischen da mit und mitunter auch das Establishment auf. Zu hoffen, dass Anna Gasser im Teenager Karrer eine Nachfolgerin findet, vielleicht Lara Wolf die Medaille in vier Jahren nachholt, die ihr jetzt durch die Finger glitt. Sag niemals nie.

Das gilt auch für Flachländer, die den Alpinen einheizen. Ich rede jetzt nicht vom Braathen, der sich beim Verbandswechsel vom hohen  Norden in den Süden nach Brasil den Mutternamen Pinheiro an- undumgehängt und dann zum Gaudium des Publikums wie der Fotografen in Skischuhen so etwas wie Samba getanzt hat. Das sprang natürlich ins Auge, weniger ein gewisser Giovanni Ongario, der etwas romanischer klingt, sich von Italien nach Brasil vertschüsste und im tückischen Olympiaslalom im Gegensatz zum ausgeschiedenen Samba-Tänzer das Rennen auf Platz 27 beendete. Ganz zu schweigen von einem in Antwerpen geborenen, aber in Zell am See aufgewachsenen Belgier (Sam Maes) und dessen riskantem aber tolle Fahrweise zu bewundern, sei daran erinnertm dass es mit Armand Marchant einen zweiten Belgier gibt, der als Slalomfünfter fast aufs Podium gekurvt wäre.

Und wer weiß, wozu der griechische Vizeweltmeister 2023 fähig gewesen wäre, hätte ihn nicht eine schwere Verletzung eingebremst: Und nicht zu vergessen die Spanier (Salarich) oder Andorraner (Verdu), ja sogar eine echte Argentinierin namens Baruzzi-Farrol (Foto), die sich quasi heimlich, still und leise unter den Top 30 eingenistet hat, wenn nicht manchmal sogar besser – ganz zu schweigen von den derzeit allerdings eher gebeutelten Kroaten, die vor 30 Jahren nur mit einem Arlberg-Legionär auf Pisten vertreten waren, ehe die Kostelic-Familie aus dem Strandparadies auszog, um eine der erfolgreichsten Skifamilien aller Zeiten zu werden. Da kann Weltmeister Ivica Kostelic, der jetzt in edster Linie ein Band-Leader ist, zurecht auf die Pauke hauen.

Wer sich die Mühe macht, Ergebnisse von selektiveren Europacup- und FIS-Rennen zu studieren und zu analysieren, der wird merken, dass uns vermeintliche Exoten im touristisch wichtigen Alpinsektor mitunter immer öfter euinhilen und immer öfter auch davonfahren. Darüber können ein schönes, aber doch eher neu geschaffenes Zwei-Frauen.Gold und ein, zwei andere Alpin-Medaillen nicht hinwegtäuschen. Die Globalisierung hat  nicht nur den alpinen Skisport erreicht (Briten haben zu Slalom-Assen auch Loipen-Evergreen Musgrave, Plätze 6 und 10), sie mag sogar dabei sein, ihn zu revolutionieren. Schließlich fällt in vielen Ländern der südlichen Hemisphäre der Winterschnee in unserem Sommer, was danach schreit, nicht nur ebendort am südflichsten Ort der Erde zu trainieren, sondern ebendort auch Weltcup-Rennen zu fahren, um sie ebendort auch via lokalem Fernsehen im Lande und nicht nur für und bei uns mit Ösi-Sponsoren zu propagieren. Und wenn sich die FIS damit begnügt, nach Olympia in Peking sich im Millardenmarkt mit ekin  bisserl Skispringen und Freestyle-Disziplinen begnügt, dann ist sie über jedes Klimawandel-Geschrei hinaus selbst schuld, dass sie sich im eigenen Kreise dreht statt die Türen in die Welt zu öffnen. Und damit auch für neuer Märkte… 

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