Die nicht allseits beliebte, aber dafür umso treffsicherere bayrische Kabraettistin Monika Gruber hat eines ihrer Bücher beitelt: Wilkommen im falschen Film! Das, werte Blog-Leser, trifft auch zu, was die Berichterstattung über die alpinen Skirennen wie Olympia anbelangt, was auch darauf zurückzuführen ist, dass etwas Skiverband (wie Fußballbund) und Massenmedien durch Verträge miteinander aufs engste verbunden sind.
In der Tat ist´s ja fast kabarettreif, dass man ein inzwischen 27-jähriges, in jungen Jahren großes „Talent“ aus der Heimat des dreifachen Gold-Mayer quasi vor den Vorhang bittet, um ihren 19. Platz im ersten Soldeu-Super-G als drittbeste der schwer geschlagen ÖSV-Damen nicht nur als Lichtblick zu verkaufen. Vielmehr erklärte Fraui Fest died nicht ganz so tollen Fest-Spiele von Soldeu (2x 19,) und nicht gnazh so trollen „Fortschritt damit, dass sie in der olympischen Weltcup-Pause ihren Fokus aufs Skifahren gelegt habe, das ihr so großen Spaß mache. Spaß beiseite, da hab ich mir intiuitiv gedacht, ich hör´ schlecht. Worauf war der Fokus, bitte schön, dann vordem gelegt, so hätte meine virtuelle Gegenfrage gelautet?
Und bei allem Respekt vor dem heutigen 9. Platz und damit besten ÖSV-Resultat trotz höherer Nummer durch die Abfahrtszweite Nina Ortlieb war das Debakel sogar noch schlimmer als am Vortag, als man den schweren Haaser-Sturz als mentale Bremse zur (keineswegs stichhaltigen) Entschuldigung heranzog. Selbst mit freiem TV-Auge konnte man erkennen, dass unsere Damen, ob Routiniers oder offenbar wegen eher wertloser Europacuperfolge total überschätzte jüngere Semester, einfach schlechter Skifahren als die Konkurrenz, vor allem bei den Sprüngen mit aufgestellten Latten wie die Weitenjäger ebenso Zeit verloren wie in den schnellen Kurven, wovor selbst die kleine Riesenslalomgröße Scheib nicht gefeit war. Was den Schluss zulässt, dass es da< Trainikngsdefizite gegeben haben muss. Und das ist weit fataler als die Klage über zu harte Töne, die der Cheftrainer (gegen Jungmama Venier-Walder) angeschlagen haben soll.
Selbstkritik? Fehlanzeige! Nicht nur Assinger, auch der Herrencheftrainer Pfeifer (trotz Gstrein und Kombi-Silber) und der der neue, mit Vorschusslorbeeren begrüßte Alpinchef Christian Mitter müssen sich hinterfragen oder zumindest an die Brust klopfen und gestehen: (Auch) Wir haben uns geirrt, mea culpa! Haben Sie jemals so ein etwas gehört? Und irgendwas in der Saisonplanung und Trainingssteuerung kann ja nicht gestimmt haben, wenn die abseits von der Abbruch-Goldenen und daor schon enttäuschenden Skispringer/WM-Flieger eine Woche danach beim Skifliegen am Kulm wie in besten Zeiten auftrumpfen, auch wenn der slowenische E. T. Domen Plevc noch eine Spur besser war. Ja, da lässt es sich endlich wieder klatschen – auch für die Skipräsidentin, zuletzt eher vornehm im Hintergrund. Auch der Langlauf-Schützling ihres Gemahls, Benjamin Moser, konnte ein Sprint-Podest bejubeln, von dem er bei Olympia allerdings ganz schön weit entfernt war.
Kurzum, zur falschen Zeit in richtiger Form, während es bei der Konkurrenz meist umgekehrt der Fall war/ist. Nur blöd bis unglücklich gelaufen oder haben wir uns das Pech selbst an die Füße geklebt, das ist die Gretchenfrage. Wo steckt der Wurm und wo findet man endlich einmal des Pudels Kern? Nur zu hoffen, dass es zu einer knallharten, gnadenlosen Analyse mit den richtigen Konsequenzen kommt statt Weiterwursteln nach der Erkenntnis: Ich weiß, dass ich nichts weiß. Jedenfalls fühlt sich unsereins im falschen Film, der da gerade abgespult wird.
PS: Vielleicht gut, dass der Garmisch-Super-G abgesagt wurde wegen Nebels nach dem um Kriechmayr, 34, gemilderten Vortagsdebakel, wer weiß?







