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Das Reichel-Duo aus Linz oder: Von Null zu Spitzenpositionen und Top-Event-Veranstaltern

Es ist mehr als 40 Jahre her, als ein gewisser Peter Michael Reichel bei mir in der „Presse“ vorstellig geworden war mit dem Wunsch, über seine beim Juniorenturnier in Wimbledon spielende Tochter Sandra ein paar nette Zeilen zu schreiben. Für sie organisierte er einst auch kleinere Turniere, damit sie dort Punkte holen kann. Aus der großen Tenniskarriere als Spielerin ist zwar nichts geworden für Sandra, aber in vcäterlich-töchterlichen Zweisamkeit sind die Reichels die Geburtshelfer des professionellen  Damentennis in Österreich geworden. Als Veranstalter von Turnieren, auch in Wien (Hohe Warte, Cricket), Kitzbühel und Badgastein, vor allem aber in Linz, wo 1991 mit dem Sieg der damaligen Weltklassespielerin Manuela Malejewa aus Bulgarien dem Leitspruch nach in der Tat alles so richtig begonnen hat.

Wenn man an sich dieser Anfänge erinnert, so muss man den Hut davor ziehen, was aus dem ehemaligen Kleinveranstalter und dann mit seiner Tochter als Linz-Organisatorin geworden ist. Mir ist außer dem (nicht nur) Herrentennis-Pendant Herwig Straka kein österreichischer Sportfunktionär bekannt, der zu einem solch internationalen Schwergewicht geworden wäre in zahlreichen WTA-Spitzenpositionen, aber auch als Organisator von Damentennis- und Damengolf-Events nicht nur irgendwo im Ausland, sondern auch in Saudi Arabien, wo es fast einer Kunst gleichkam, Frau in Sportkleid ins rechte Licht zu setzen. Das zeugt jedenfalls von Verhandlungsgeschick und Managementverstand, sonst hätte Peter Michael Reichel das nie zuwege berin gen können.

Diese Woche wird, erstmals auf Sand, am alten, neuen Design-Center-Court der halbrunde 35-jährige Geburtstag des größten heimischen Damentennisturniers gefeiert – als 500er, also eine der Topkategorien, bei dem auch wieder aktuelle oder ehemalige Topstars mitspielen wie die Grand-Slam-Siegerinnen Ostapenko oder Stephens, aber auch junge hungrige Teenager wie Mirra Andreeva, 18, die schon Top 10 ist und eine der hioffnungsvollsten Zukunftsgrößen zu werden verspricht. Dass die kurzsichtigen Sportpolitiker Österreichs dem Linzer aus Wels am liebsten Förderungen für dieses für heimische Verhältnisse außergewöhnliche Weltklasse-Turnier streichen wollen,  bestätigt nur die Provinzialität dieser Entscheidungsträger, deren Horizont über Parteigrenzen  kaum hinausreicht. Und die lieber Kleines in Vorspiegelung falscher Tatsachen möglichst groß-, dafür aber Großes gerne runter- oder kleinmachen, wenn´s nicht in den Kleinkram passt…    

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