Ballsport

Gegen Messi in Dallas, wo Wembley-Toni und Texas-Cowboy Fritsch seine Spuren hinterließ

Die an Hysterie grenzende, patriotische Euphorie sprengende Volksverdummung via Medien vor dem heutigen Abend-Duell (Ortszeit Dallas 12h, also High Noon) gegen den Weltmeister Argentinien wird allerorten als Schicksals- oder historisch wichtigsten Match für Österreich verkauft. Nach dem 3:1 gegen Jordanien allerdings mit drei Punkten,  die wir schon auf dem Konto und das Spiel gegen die vom Titelverteidiger mit 3:0 in die Wüste geschickten Algerier noch in petto haben, hat sich alles schon etwas zu unseren Gunsten relativiert.

Und natürlich stimmt es, dass der 39-jährige Lionel Messi zum Auftakt drei Tore erzielt hat, aber wir spielen heute abend nicht nur gegen Messi, das von R. R. zum besten Kicker aller Zeiten (worüber sich angesichts eines Maradona und Pele streiten ließe) ernannte Genie, sondern auch gegen eine großteils in Europa gestählte Mannschaft an Gauchos, die die keneswegs leichte Südamerika-Qualifikation im Handgalopp gewonnen hat.

Da Österreich heute abends in Dallas spielt, der Millionenstadt, in der US-Präsident John F. Kennedy for 64 Jahren ermordet wurde, gedenke ich in Memento Mori an jenen Mann, der mir damals in einer Autofahrt als österreichischer Insider und Wahl-Texaner die Route der Präsidentenfahrt bis zur Elm Street, wo die tödlichen Schüsse gefallen waren, gezeigt hat. Dieser Mann hieß Toni Fritsch, vor 21 Jahren gestorben und unter großer Anteilnahme in Petronell begraben – einst gefeierter Held, der als Wembley-Toni mit seinem Doppelpack zum 3:2 gegen den späteren Weltmeister n unsere Fußballgeschichte einging, ehe er nach seinem Wechsel nach Dallas und zum American Football auch dort in die Annalen einging: Er war der erste Europäer, der als Freekicker mit einem Field Goal in letzter Minute unter höchstem Erfolgsdruck mit den Cowboys die Superbowl gewann und dazu noch, Siegelring inklusive, als bester Fereekicker ins All Star Team berufen wurde.

Von diesem Toni, der auch heute noch in Dallas als Hero of Yesterday respektiert wird, hab´  ich in unseren WM-Berichterstattungen nichts gehört oder gelesen. Tot und totgeschiegen von einer neuen Generation, der KI und Online-Portle wichtiger sind als Geschichte. wahre Geschichten und historische Figuren, die nicht nur ihrem Sport den Stempel aufgedrückt haben wie Fritsch oder Krankl, dessen Doppelpack bei der WM 78 im argentinischen Cordoba gestern begangen wurde. Krankl hat schon recht, wenn er (zu Fjörtoft) in Anlehnung an den französischen Sonnenkönig sagte: Cordoba bin ich! Und ein bisserl Edi Finger sen. und Diplomingenieur Posch, die narrisch wurden. Heute werden wir schon vor und nach Spielen narrischer als narrisch gemacht. Sic tempora mutantur. 

 

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