Ehe es ernst wird im Tennis mit den US-Open, gefolgt vom Daviscup auf dem traditiosreichen, früheren Fußballplatz des Wiener Athletic Clubs (WAC) im Prater, muss ich mich aus der Distanz auch noch mit Fußball beschäftige. Genauer gesagt mit dem 8:0 des davor zwar immer wieder siegreichen, aber spielerisch keineswegs überzeugenden Rekordmeisters Rapid gegen den GAK, den drittthöchsten Sieg gegen die Grazer seit eiem 11:1 vor 49 Jahren mit den legendären sieben Toren von Goldschuh Hans Krankl, und dem 10:0 anno 1985 gegen die zahnlose Athletiker.
Ja, wie war und ist so etwas möglich in einer Zeit des Spiels gegen den Ball, das allerorten oberste Priorität geniesst, aver auch ohne einen Goleador vom Kaliber des Johann K.? Ja, wie ist so etwas möglich in Zeiten enger Pflichtspiele und nicht einem der Vorbereitungstests um die silberne Ananas, in denen zuletzt etwa auch Adi Hütters Frankfurter in träger Eintracht (oder Zwietracht mit Adi, wer weiß?) gegen Brentford aus der Londoner Peripherie mit 0:7 untergingen.
Während das schlimmste GAK-Debakel zwangsläufig auch bedeutete, dass der so nebenbei davor auch bei Rapid gescheiterte Trainer Ferdinand Feldhofer gefeuert wurde, können sich die Rapidler der Lobeshymnen kaum erwehren. Selbst sonst eher kritische Geister waren ganz euphorisch gestimmt angesichts der schnellen Kombinationen und des Spieflusses, mit dem die Hütteldorfer begeisterten. Da ich das Match bei mir nicht empfangen konnte im Fernsehen, kenne ich nur das bombastische Ergebnis samt Stimmen, die mir sagten, dass Rapid so schnell und zügig gespielt hätte, dass die Grazer selbst für Fouls zu langsam gewesen wären. Was konsequent zum Schluss führte, der da lautet: War Rapid so gut, dass der GAK so schwach wirkte oder die Grazer so inferior, dass die Rapidler so auftrumpfen konnten getreu dem Spruch, dass man immer so gut ist, wie es der jeweilige Gegner zulässt …?
Was die Antwort betrifft, so sei eine Anleihe vom Tennis gestattet, wo es nach einem vollbrachten Break gilt, diesen Aufschlaggewin mit eigenem Service zu bestätigen, was oft schwieriger zu sein scheint als dem Gegner den Aufschlag abzunehmen. Das ist nach dem Schützenfest und Sturmlauf zur Tabellenführung die Aufgabe und Herausforderung, vor der die Rapidler nach ihrer Siegesserie gegen teils unterbemittelte Gegner jetzt stehen. Erst dann, wenn sie das schaffen, können sich mit dem Trainer auch die Fans zurücklehnen und Tage der offenen oder geöffneten Tore so richtig genießen….
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