Ob Mannsbilder oder Weiberleut‘, um das etwas poetisch auszudrücken – heimische Bundesligen sind trotz des wundersamen LASK-Ausreißers nach oben halt kein internationaler Gradmesser.Nicht mehr oder noch nicht, wie immer man die generelle Über- oder Fehleinschätzung auch betrachtet, Nationalteam inklusive. Nichts hätte das besser illustrieren und letztlich dokumentieren können als das Aus für die Rapidler im Play-off für die drittklassjge Conference League gegen den lange in Unterzahl spielenden schottischen Vizemeister Hearts of Midlothian, der zu zehnt bewies, was Herz im Fußball ausmacht. Einen im Elferschießen verpassten Aufstieg, verbunden mit ausbleibender Millionenspritze, trotz allem schönzufärben, weil man TV- Rechte besitzt, ist eher kontraproduktiv. Streicheleinheiten sind ebensowenig Patentlösungen wie Peitschenknallen. Mittel- statt Holzweg sind gefragt. Und schmerzhafte Ehrlichkeit statt verführerischem Selbstbetrug mit Scheuklappen, der in die Sackgasse führt…..
Was war, nicht nur, aber speziell für grünweiße Fans, das hochgejubelte 8:0 gegen den GAK wert? Oder die Serie von acht Spielen mit Siegen gegen unterbemittelte Klubs? Jetzt wissen wir’s – so gut wie nichts außer Selbstmitleid, das auf Selbstbeweihräucherung folgte. Kaum war ein halbwegs passabler Gegner wie Hearts da, schon kam es zum Offenbarungseid – noch dazu trotz Überzahl nach Gelb-Rot für einen „skandinavischen“ Schotten. Dass sich Rapid in der vorletzten Minute der Verlängerung mit dem 2:2 noch ins Elferschießen hatte retten können, sprach zwar für die Moral der Mannschaft, konnte aber das Aus im nervenaufreibeden Shootout nicht verhindern.
Dass justament, wie der TV-Teufel das wollte, der vor einem knappen Jahr nach ebenfalls gutem Start gefeuerte Ex-Rapid-Trainer und Dänen-Vorgänger Peter Stöger zum Europacup-Aus befragt wurde, ebtbehrte jedenfalls nicht eines Schusses an Ironie, Satire und tieferer Bedeutung. Stöger hat schon recht, wenn er sagt, dass zum finanziellen Verlust, der wohl zum Verkauf einiger Spieler des aufgeblasenen (Europacup) Kaders zwingen dürfte/müsste, auch der sportliche Imageschaden kommt, verbunden mit verlorenen Punkten in der Uefa-Wertung. Eine knallharte Analyse muss her, um nicht irgendeine, den Grünweißen nicht holde Macht des Schicksals für das bittere, aber durch die Umstände peinliche Ausscheiden aus dem internationalen Geschäft verantwortlich zu machen. Wie gesagt: Auch wenn’s jetzt Krokodilstränen gibt nachdem verlorenen Elferdrama – der Fisch beginnt immer beim Kopf zu stinken! Und das gilt auch für die Mehrzahl…
