Archery, also Bogenschießen, das erinnert an Karl May, an Winnetou, Indianer-Häuptlinge und, jawohl, auch an Pfeil und Bogen. Das ist zum Teil erfundene Literaturgeschichte mit Menschen als Zielscheiben. Sportlich und olympisch sind inzwischen ganz friedlich, aber herausfordernd in geregelter Entfernung nur Scheiben das Ziel und dabei Treff das wichtigste Atout. Nur Insider der Szene hingegen wissen, dass Österreich dabei ein Ass aus dem Ärmel zieht, das in einem hierzulande populäreren Sport als Weltstar gefeiert würde.
Wie jener Wiener, Vorname Nico, der aus dem Burgenland stammt, genauer gesagt aus Schreibersdorf, Bezirk Wiesfleck, nahe Pinkafeld. Weltmeister, Weltcupsieger, zuletzt im Norden Mexikos nahe der texanischen Grenze historischer erster rotweißroter Sieger des Weltcupfinales, an dem nur die Top 7 der Welt und eine lokale Wildcard starten, Pardon: schießen durften. Nico, zwar Fisch und nicht Schütze im Sternzeichen, dafür Meisterschütze als Sportsoldat (erst seit Dezember), knallte im übertragenen Sinne des Wortes alle Gegner mit jeweils einem Schuss mehr a Präzision und Konzentration ab, darunter den französischen Weltmeister.
| Nico Wiener | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Personal information | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Born | 15 March 1997 (age 29) | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Sport | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Country | Austria | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Sport | Archery | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Event | Compound | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Medal record
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Letztes Highlight in einer ungaublichen Titelsammlung, die anbei optisch aufgelistet ist. Wem ist sie, um es überspitzt zu formulieren, zu verdanken? Einem Geburtstagsfest anno 2009, bei dem der inzwischen ausgewachsene 29-jährige Nico als Knirps erstmals auf Scheiben schoss, die dort aufgebaut waren! Aus Spaß wurde sportlicher Ernst, den Nico tatsächlich so erst nahm, dass er gleich seinen ersten Wettkampf gewann. Und schon sechs Jahre nach dem Pfeil- und Bogen-Debüt auch Golden Premiere als Weltmeister feierte in Terni bei Florenz, wo er in das speziell von Asiaten dominierte Establishment einbrach. Hoppla, da bin ich…
Früh übt sich eben, was ein Star wird, der es verdienen würde, eine so bekannte Größe zu werden wie der ziemlich neue Generalsekretär des Bogenschützenverbandes, der ein Begriff war unnd immer noch ist aus einer total anderen Branche, sprich: Eisschelllauf-Legende Michael Hadschieff. Von ihm sagt Nico, dass er zwar nicht vom Fach komme, sich aber als Spitzensportler, Welt-, Europameister ud Olympiaheld i. R. sich so gut wie möglich einzubringen versuche. Immerhin hat er Medien schon aufmerksam gemacht, welch Trumpf wir ausspielen könnten.
Alles mit dem große Fernziel, in Los Angeles 2028 erstmals seit 2016 in Rio, damals mit der eingeheirateten (wieder heimgekehrten) Luxemburgerin Laurence Baldauff, bei Sommerspielen nicht nur adabei zu sein, sondern mitmischen zu können. Der beste Wiener aus dem Burgenland wär wohl qualifiziert, aber seit die Genderitis umgeht, gibt´s den Compound–Bewerb nur im Mixed-Format mit Amazonen, von denen Andrea Ratzer aktuell unter einem Kandidatinnen-Quartett die besten Karten zu haben scheint. Nico meint, sie müsse gar nicht sein Niveau haben, aber halt solid sein. Kurzum, obschon der Stärkste am stärksten am liebsten allein ist, muss Nico Wiener statt der Flinte auch Pfeil und Bogen noch lange nicht ins Korn werfen.

Wer aber Nummer 1 der Welt sein und so bestens bei Schuss bleiben will, der muss tagein, tagaus in Übung bleiben. Arbeitszeit ca sechs bis sieben Stunden am Tag, „alles mit dem Bogen, das ist ja schon Krafttraining!“ Dazu kommt noch Tüfteln am Material, bei dem es um höchste Präzision geht. Das ist Nico gewohnt, schließlich kommt er aus der Planung im Bauwesen, wo es ja auch auf Genauigkeit ankommt. Den Beruf hat er mittlerweile gegen den des Sportsoldaten getauscht, der als Heimschläfer dank des Herrn Papa mit dem Training gleich beginnen kann, wenn er – überspitzt gesagt – aus dem Bett fällt. Beim Haus, das der Vater gebaut hat, steht die Scheibe vor der Tür. Die Familie ist, wieder überspitzt, sein größter Sponsor, der er Einsatz und Aufwand bis zu 15.000 Euro im Jahr aus eigener Tasche mit jeder Menge an Gold, Silber und Bronze aber zurückgezahlt hat. Ein Vorzeigesportler, der aber bisher im Verborgenen blühte. Ein österreichiches Schicksal.
