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Adabei-Kitz im Vergleich zur Tour de France oder: Kleinkarierter Größenwahndtour

Wenn wir im Fernsehen sehen und hören, was unsere Sportler und Sportveranstalter nicht für Größen sind, dann könnte man vermeinen, dass sich um uns alles dreht, als wären wir der Nabel der Welt. Das, werte Blog-Leser, ist natürlich absoluter Humbug und Verdrehung der Tatsachen. Das, was uns von unseren Medien, staatchen wie privaten, in einer Anwandlung von Größennwahn serviert wird, ist aufgemascherlter oder mit Make-up geschminkter, aufgeblasener Dorfsport im Interesse eines Medienpartners, der davon abseits vom Tennis ganz schön profitiert. Dazu gehören, wie gesagt, immer zwei Seiten.

Was Tennis betrifft, so hat selbst die Bild-Zeitung trotz bayrischer Nähe zu Kitzbühel den sportlichen Kern nur peripher wahrgenommen, erst recht nach dem Aus für Hanfman, dafür aber lieber berichtet, dass es Mama Thomalla kaum erwarten kann, dass Zverev ihre Tochter endlich in den Hafen der Ehe führt. Die New York Times mit dem Prinzip zu schreiben, was fit zu print ist, hat als Kontrastprogramm zum winterlichen Streif-Spelktakel nicht mehr als höchstens Notiz genommen vom Sommerturnier im Monte Carlo der Alpen, zu dem Zuschauer per pedes oder aber in Shuttle-Bussen von Hotels zum Tennis- und in erster Linie schon Konzertstadion gekarrt werden. So ist die unbedacht ungedachte Arena vor allem gegen Abend oder dann, wenn mittags schon finale Spiele angesetzt sind, meist gut gefüllt. Mit 5000 bis 6000 Zuschauern, die auch – eom altzet Huit stat vioelem nejem, die man dort trägt und darum sieht – nach dem bekannten Adabei-Motto kommen: Sehen und gesehen werden …

Jedenfalls nicht zu vergleichen mit den Radsportfans, die bei der Tour de France die mehr oder weniger bergigen Straßen mit gefährlichen Tücken – heute wäre Sepp Kuss (USA) als Spitzenreiter fast in einen langen steilen Abhang gestürzt – wie Girlanden säumen, nicht  gerechnet die in  dre Tour.-Wochen in viele Milliarden gehenden TV-Zschauer. Unfassbar, wie viele echte Radsportfreunde, wenn nicht Fanatiker es gibt, die tagelang vom Norden bis in den Süden Frankreichs mit Campern, Pkw´s, Bahnund Bussen anreisen, um sich ach strapaziösem An- und Bergaufmarsch an Ort und Stelle einen Blick auf ihre Lieblinge zu erhaschen -und sie manchmal im Überschwang ihrer euphorischen Gefühle fast vom Rad stoßen. Kurzum, eine mitunter gefährliche Form von Begeisterung, die aber diskussionslos akzeptiert wird zu Ehren des französisch-patriotischen Monuments, das Tour deFranc heißt – und auch schon wirtschaftlich eine solche im anderen Sinnne war, als es noch den französischen Franc als Währung gab und keinen Euro oder Dollar, mit denen der Rubel aber noch weit mehr und noch besser rollt …

Die Tour mag zwar ein nationales Monument sein, sie ist aber eine private und familiäre Institution, die – man kann das übrigens in der NY Times nachlesen – vor fast 100 Jahren von der Familie Aumury gekauft wurde. Und die daraus eine Cash-Cow gemacht hat, von der Witwe Odile und die Kinder Jean Etienne als neuer Patron samt Schwester so gut bis feudal leben können, dass sie alle Milliarden- bis Billion-Angebote aus Silicon Valley bis zum Saudi Public Investment Fonds (PIF) mit einem No abschmetterten. Verständlich agesichts des Geldes, das in Strömen fließt auch dank der TV-Millionen.

Alljährlich buhlen etwa 300 Städte um die Gunst, ein  Etappoenort samt Umgebung zu werden, wofür zum Einstand 150.000 Euro higeblätert werden müssen, waS bei 18 Destinationen schon ein Batzen Geld kost ohne Handgriff. Kataloniens Capitale Barcelona, der heurige Startort (2 Etappen) zum Gaudo.Jubiläum, legte 11,5 Milliomen Euro auf den Tisch, die  sich aber mit den TV-Commercials und verkauften Werbeflächen locker rechnen. Auch deshalb, weil die Tour live oder zeitversetzt in nicht weniger als 190 Löänder auf der ganzen Welt übertragen wird – außer einigen, vom Servus-TV ausgewählten Etappen allerdings nicht vom Staatsfunk, der immerhin auf der Insel der Seligen ein so bedeutendes ITF-W100-Tennisturnier wie Amstetten oder eimem Pokal-Dorfkick samt der im Grunde antizyklischen Fomel 1 alternativ zu bieten hat. Und Quentim Halys, der in Kitz sein erstes ATP-Turnier gewann, musste fasz 30 werden, während Tadej Pogacar aus dem slowenischen Nachbarland mit erst 27 Jahrem morgen seinen 5. Tour-de-France-Triumph zelebrieren kann, so oft wie die alten Helden Anquetil, Merckx, Hinault und Indurain. Eine weitere Relation, die unseren kleinkarierten Größenwahn offenbart, der echten Sportfans im Herzen weh tut. 

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