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Beispiel Felix Gall offenbart, wie Staatsfunk falsche Steckenpferde forciert

epa

Heute ist Ruhetag bei der Vuelta a Espana, der dritten und letzten Grand Tour des Jahres, bei der der Osttiroler Felix Gall vor den letzten sechs Etappe wie schon im Giro-Klassiker an zweiter Stelle liegt. Ob er angesichts seiner Defizite im Rennen gegen die Uhr das Podest verteidigen oder aber in den folgenden beiden Bergankünften womöglich sogar Attacken reiten kann, ist alles noch ungespielte Zukunftsmusik, auf deren Einsatz wir gespannt warten. Und deren Töne wir, zumindest bisher, nur im Eurosport oder bei den Deutschen hören konnten.

Wenn ich daran denke, welch Zirkus rund um die mit Ach und Krach geschaffte WM-Qualifikation im Fußball inszeniert, wie schwache WM-Vorstellungen wider besseren (TV-) Lokalaugenscheins/Wissens als halbe Erfolge verkauft und enttäuschende Auslaufmodelle a la Alaba und Arnautovic medial hochgejubelt wurden, muss sich ein weltweit respektierter Radstar und Podestfahrer wie Felix Gall verraten und verkauft vorkommen. Wir zeigen nach dem Motto: Gib dem Affen Zucker, lieber Länge x Breite die Formel 1 ohne rotweißroten Piloten, dafür mit einem Ösi-Teamchef, an dessen Lippen man hängt. Wir dürfen uns frank ud frei am EM-Volleyballfinale der Frauen ergötzen, Delikatesse für Insider, die ein paar Namen kennen. Oder, seit die Genderitis grassiert, am  ÖFB-Cup der Frauen mit gähnend leeren Tribünen und einem Torregen für Violett gegen Traiskirchen- Anfängerinnen, ehe – immerhin, das sei gelobt, obschon zu später Stunde – eine LA-Diamond- League-Zusammenfassung als Betthupferl serviert wurde. Hurra!

Wo bleibt da das Sportministerium, das in allererster Linie den TV-Sportler: Innen des Staatsfunks über spezielle Eigeninteressen hinaus auf die Finger klopfen und sie daran erinnern müsste, vor allem die Grundsportarten zu forcieren statt in einen Wettstreit mit Privatsendern zu treten, für die das Extreme die Nr. 1 ist. Je mehr die Basis jedoch ausgedünnt wird, je mehr die Jugend auf ganz andere Steckenpferde setzt, desto mehr schrumpfen die Chancen, international  zumindest so mitmischen zu können wie die (N) Eidgenossen. Darum wäre es, da Radsport hierzulande boomt wie nie, ein Gebot der Stunde, mit Felix Gall den erfolgreichsten heimischen Profi der Geschichte so gut ins Bild zu rücken, um zu zeigen, wozu Österreicher fähig sind. Auch im Weltsport, der höchste Anforderungen stellt.    

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