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Budapest, wie es singt und lacht: Originaltreuer Zigeunerbaron läßt Wien grüßenxxxxx

operettentheater budabest

Ich bin gerade zurück von einem Seitensprung nach Budapest, einer an Einwohnerzahl mit Wien vergleichbare Millionenmetropole. Aber anders als Wien, das sich in Vorspiegelung falscher Tatsachen als Sportstadt verkauft, aber so gut wie keine Arenen hat, die für sportliche Top-Events geeignet wären, die wir daher auch nicht bekommen, hat sich Budapest im Laufe der (inzwischen verteufelten) Orban-Jahre zu einer sportlichen Drehscheibe in Europa und der Welt gemausert.

Das hat nicht zuletzt damit zu tun, dass sich ein (Sport-) Schmuckkasten an den anderen reiht, wohin Welt- und Europameisterschaften ebenso wie Weltcup-Meetings vergeben werden, somit auch Veranstaltungen, die den ohnehin blühenden Tourísmus samt Wirtschaft zusätzlich ankurbeln.

Man inspiziere einmal das anders als die Happel-Arena in Wien weit zukunftsorientierter renovierte Nepstadion, das unter dem Namen des größten ungarischen Fußballsohnes Ferenc Puskas herausgeputzt wurde. Man werfe einen Blick in die Lazlo-Papp-Mehrzweckhalle mit Hotel anbei.

Beim Lokalaugenschein in der Duna Arena im Norden mit zwei 50m-Indoor-Pools und Platz für mehr als 5000 Zuaschauer bei auf- und abbaufähiger Tribünen kann unsereins nur der  Neid fressen.

Ganz zu schweigen vom neuen LA-Stadion an der Donau im Süden, das alle Stückerln spielt, sowohl Weltmeisterschaften als auch die ultimativen LA-Championships vor zwei Monaten. 

Und wer vermeint, dies alles würde sich nur auf den Sport als schönste Nebensache der Welt beziehen, der unterschätzt das auch in Ostblockzeiten mehr als hierzulande gehegte und gepflegte Interesse der Magyaren für die Kultur. Da alle anderen Bühnen schon vor dem Kurztrip ausverkauft waren, ergatterte unser Quartett gerade  noch vier Tickets für den Zigeunauerbaron, die mit der Fledermaus  berühmteste Operette von Johann Strauß. Preiswert. Parkett 8. Reihe, 27 Euro. Da b,lieb kein Platz freei und dann kein Freuden-Auge trocken,  

Dazu eine Operette, die sich in der aktuellen Inszenierung samt Csardas und Donauwalzer erfolgreich um Unterhaltung dreht, auch wenn viel Tiefgang in ihr steckt. Eben ohne krampfhafte Versuche, es  möglichst sozialkritisch in unere Zeit zu transportieren, sondern im Sinne der musikalischen wie literarischen Erfinder, in denen sich die damalige Epoche mit allem Drum und  Dran spiegelt, Koexistenz gesellschaftlicher Kontraste inkludiert.

Ein Vorgriff auf die Ankunft des Fin des Siecle in Wort und Ton, mit Gipsy-Wahrsagerin, die Zukuftskarten aufschlägt, mit türkischer Sultanstochter, steinreichem Bauern, den kriegerischen Husaren und dem adeligen Baron, der Liebelei mit Liebe tauscht. Schon damals ein Potpourrie vom Feinsten, das in der klassischen, nicht politisch aufgepfropften  terVersion im Operettentheater zu Budapest mit ungarischem Paprika gewürzt wurde, bemalt mit Kostümbildern und Kostümen einer Kossuth-Preisträgerin, untermalt mit stimmgewaltigen Sängern, für die es am Ende Standing Ovations gab. Vorhang auf, Vorhang zu. Dies erlebt, die öpolitiserte Csardasfürstin in Wiens Voklksoper gesehen, kein Vergleich. Eines hiunreiß0end, das andere eher niederschnetternd. 

Man sollte, ehe aus dem Mund manch eines heimischen Politikers völlig irreführende, unqualifizierte Worte und Meinungen kommen, eben diesen (Nach) Plappermäulern empfehlen, sich selbst davon zu überzueugen, was und wie es vor allem in Ungarns Metropole läuft. Nicht über mein Wien, das ohne Monarchie mittlerweile kracht wie die berühmte Kaisersemmel, sondern von ihr könnte man sagen: Budapest, wie es singt und lacht…    

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