Wenn man die heimischen Printmedien durchblättert, voran die Krone, die ja wie zum Skiverband auch ein sehr gutes Verhältnis zum Fußballbund pflegt, so könnte man vermeinen, wir sind – anders als im absurden Finish gegen Algerien – nicht endgültig im Flieger heimwärts gelandet, sondern fast schon in der nächsten WM-Runde vor lauter Stolz auf degradierte Verlierer. Absurdistan ließ und lässt grüßen, man bleibt sozusagen medial auf Schiene, ganz so, als hätten wir uns so gut verkauft wie die Cap-Verde-Kicker aus dem kleinen Inselreich im Atlantik rnd um den Äquator. Sie stemmten sich gegen den Weltmeister bis zum bitteren Ende der Verlängerung gegen das Aus, nachdem sie zuvor schon ein torloses Unentschieden gegen Europameister Spanien erkämpft hatten. Jetzt wissen wenigstens viele Fußballfans, wo man Cap Verde am Globus findet als Nutzießer der Globasierung, die zur XXL-WM geführt hat mit 48 Teams.
Ja, werte Blog-Leser, die über fast alle Kontinente verstreuten Insel-Kicker sollten als Vorbild dienen, was alles möglich ist im Fußball, wenn ein patriotisches Herz schlägt, das sich schon beim Absingen der Nationalhymnen bemerkbar macht. Es sind jene Extra-Kräfte, die man vor allem als bekennender Patriot vermisst hat – übrigens nicht anders als bei den Deutschen, deren Starensemble die nächste Götterdämmerung erlebte.
Auch wenn man damit rechnen muss, von der linksgrünen, ein bisserl schwarz eingefärbten Nomenklatura ins rechte Eck gestellt zu werden: Es ist und bleibt halt ein Unterschied, ob man sich fünf vor 12 aus beruflichem WM-Interesse noch schnell für Österreich und gegen die eigentliche Heimat entscheidet – oder man mit allem Drum und Dran von Kleinauf in Rotweißrot erzogen wurde. Diese auch von höchster Instanz ins Fußballspiel getragene Politik ist eine unzulässige Einmischung von außen, die wie so vieles andere Tatsachen verkehrt. Die geradezu lachhafte Verklärung eines Legionär-Edelreservisten wie unser aller Arnie als Heilsbringer („Danke Marko!“) relativiert sich schnell, wenn man sich des Arnautovic-Spruches vor wenigen Wochen erinnert, als er sagte: „Mein Herz schlägt dort, wo ich spiele!“
Meines bescheidenen Wissens nach war das in Holland, Italien, Deutschland, England, China, Bologna, Mailand ind nun in der Zweitheimat Belgrad, wo er mehr enttäuscht hat und darob getauscht wurde als groß aufzutrumpfen. Bei R. R. allerdings hatte er bis vor kurzem (und dem Tag, als er Polsters Torrekord emdlich gebrochen hatte auch dank der Treffer gegen San Marino) einen fixen Startplatz wie der runderneuerte David Alaba, die sich beide als Kapitäne der österreichischen Nationalmannschat abwechselten. Nicht einmal bei der Bundeshymne war, wenn sie schon keinen Ton herausbrachten, bei beiden ein „Lippenbekenntnis“ zu erkennen. Und damit eine Herzensagelegenheit. Von Wanner und Chukwuemeka ganz zu schweigen. Auch sie lieferten keine spielerischen oder kämpferischen Glanztaten, die man in höchsten Tönen hätte loben können. Oh du mein Österreich…
