Welch ein Befreiungsschlag! Auch wenn Didi Kühbauer bei der Sportgala angekündigt hatte, der LASK würde nach der Negativserie und der Heimpleite gegen Liverpool stärker zurückkommen, so musste man – trotz Schützenfest in Lustenau – berechtigte Zweifel hegen, ob es nicht nur ein Lippenbekenntnis bleiben würde angesichts der doch weit stärkeren Gegner in der Königsklasse des Fuballs. Die vom Kleinen Kämpfer geführte Linzer Multi-Kulti-Truppe belehrte aber alle eines Besseren.
Man wäre, so glaube ich, bei der Ausgangslage mit zwei Flops als Kontrastprogramm zu Sporting Lissabon mit zwei Siegen am Stück wohl schon mit einem Pünktchen zufrieden gewesen – erst recht nach dem frühen 0:1 durch einen dubiosen Elfmeter und manch andere zweifelhafter Entscheidungen des schottischen Referees, der der zwölfte Mann des portugiesischen Traditions- und Spitzenklubs zu sein schien. Und nochmals erst recht nach dem verletzungsbedingten Tausch des Teamtorhüters Jungwirth gegen seinen Ersatzmann Schützenauer, der qjuasi ins kalte Wasser gestoßen werden musste.
Die offenbar auch für die Sporting-Stars überraschende Reaktion des LASK fiel ganz anders aus als meist bei heimischen Vereinen. Statt Raunzerei, Trübsal blasen, Gottt und die Welt verantwortlich zu machen stellte sich dieKühbauer-Truppe erst recht auf ihre Beine, um den Portugiesen den Marsch zu blasen. Man konnte es kaum glauben, als nach einem Doppelschlag zwischen 63. und 68. Minute im Alvareda-Stadion der LASK mit 3:1 führte und dann trotz Anschlusstreffer im Finish den epochalen, historischen ersten Sieg in der Champions League feierte, der moralisch Gold und in nackten Zahlen auch viel UEFA-Prämien-Geld wert ist.
So erfreulich das Linzer Lebenszeichen, als es kaum jhemand erwarten, höchstens erhoffen hätte können – eine Schwalbe gegen einen offenbar für Österreich-Klubs maßgeschneiderten Gegner, zuvor schon an Salzburg, Rapid und LASK in anderen Bewerben zerbrochen, macht noch lange keinen Sommer. Auch Don Didi wird seine Spieler darauf einschwören müssen, dass es doppelt so schwer ist, harte Nüsse in der Königsklasse zu knacken und da wie dort mit Punkten auch Geld zu holen,als daheim das Double zu gewinnen. Aber ein vielversprechender Anfang ward gemacht, an dem sich die anderen heimischen Europacup-Klubs dankenswerter Weise schon anderntags ein Beispiel nahmen…
