Noch ist der Sommersport mit der kommenden Rad-Straßen-WM in Montreal und der Küsten-Ruder-EM in Spanien bei Tritt bzw am Ruder, aber der nächste Winter kommt bestimmt. Ob es ihn so hereinschneit wie die vergangenen Wochen etwa in der südlich-winterlichen Hemisphäre von Argentinien und Chile, das steht nach einem heißen Sommer noch in den Sternen. Nicht sein kann und darf hingegen, dass offizielle Institutionen so tun, als wäre der Todessturz des Italo-Talentes Matteo Franzoso heute vor genau einem Jahr quasi Schnee von gestern.
Zumindest kann man sich dieses Eindrucks angesichts des Hilferufs der Franzoso-Eltern kaum erwehren, die sagen, dass es keine Kontakte zu FISI, dem italienischen Skiverband, gebe. Und sich, so hätten sie gehört, an den – zugegeben teuren- Sicherheitsvorkehrungen so gut wie ichts geändert hätte. In ihre Kritik bezogen die enttäuschten Franzosos allerdings auch die Rennfahrer: Innen mit ein, die sich unter dem Motto: Blick zurück in Zornes-Trauer zusammenschließen müssten und Safety-First-Forderungen stellen sollten, ehe sie sich is Ungewisse stürzen ….
Ich würde da einen Schritt weitergehen insofern, dass in diesem Themenkomplex auch die FIS gefordert ist. Wer sich als Weltsport versteht oder als solcher betrachtet werden will, der muss auch den neuen, nicht nur meteorologischen Zeiten Rechnung tragen. Und die besagen, da muss man sich nur bei den meisten großen Sportverbänden umschauen, dass echter Weltsport mittlerweile auch Ganzjahressport bedeutet. Durch die Bank haben die Besten der Besten, soferne sie fit sind, fast immer Saison…
Höchste Zeit, dass sich die FIS alter, nur kurzfristig realisierter Pläne erinnert, die sie selbst schubladisiert hat. Warum, so fragt sich der Normalverbraucher, fliegen die Stars und Sternchen aus unseren Breitengraden um sündteures Geld nur zum Training in die südliche Hemisphäre, von dem (außer Tragödien a ala Frannzoso) kaum jemand Notiz nimmt, statt ebendort Weltcuprennen mit Weltcup-Sicherheitrstandards zu orgaisieren, die ganz sicher auch das regionale TV interessieren und damit den Ski(renm)sport über seine Kernländer hinaus popularisieren könnten. Gebot der Stunde, seit seit der Norweger Braaten mit Mama Pinheiro das Strandoaradies Brasilien auf die Ski-Landkarte gebracht hat…
Bin gespannt, ob die neue FIS-Führung diesen Ball auffängt, der nur die alpine Ski- und Snowboard-Szene betrifft. Springer, Biathleten, sogar Kombinierer sind mit ihren Sommer-Alternativen auf Mattenschanzen und mit Rollern weiter als die Brettl- und Brettartisten, die das Sommerloch meist nur mit Rand-, Love- oder oft skurrillen Juicy-Storys für (Online-) Boulevard füllen, die mit Sport nichts zu tun haben, aber oft alte Hüte sind. Schöner wär´s, Pinheiro-Braathen könnte nach Gold-Takten im Norden auch im Süden der Welt seinen Weltcup-Samba tanzen…
