Auf verschiedenen Bildschirmen konnte ich, um zwei von mehreren Beispielen zu nennen, das spanische Stadtderby Atletico Madrid mit Langzeitrainer Simeone und Real Madrid mit dem neuen, alten Special One Mourinho zum einen und das heimische Spitzenspiel der Salzburg-Bullen gegen Sturm Graz zum anderen verfolgen. Beides gesehen, kein Vergleich. Nicht nur deshalb, weil sich die beiden heimischen Topklubs punkto höchster Spieler-Qualität weder mit den historisch „proletarischeren“ Athletikern noch dem königlichen Weißen Ballett auch nur annähernd messen können.
Aber Millionen-Superstars hin oder her ubd wie immer sie heißen und welche Tricks sie in ihren teuren Beinen oder auch im Sinne haben mögen, keiner war sich zu schade, in beinharte Duelle zu gehen, bei denen kaum ein Auge trocken blieb. Und anders als hierzulande, wo man vergleichsweise eher zimperlich ist, was harte, abervg’sunde Zweikämpfe betrifft, mehr noch, unsere Schiedsrichter eine ziemlich niedere Toleranzgrenze haben, also bei Attacken am Limit schneller pfeifen, als es heute beim Madrid-Derby der Fall war. Und in der Premier League, aber auch dejutscher Bundesliga sowieso Normalität ist. Daher kein Wunder, dass – im Gegensatz zum Nationalteam aus 80 bis 100 Prozent Legionären – die heimischen Vereine gegen international erfahrene Klubs überrascht und mitunter überfordert sind, wenn Schiesrichter ein Spiel bei für sie zu harten Zweikämpfen laufen lassen statt zu unterbrechen.
Und das muss auch den Uefa- und Fifa-Capos aufgefallen und bewusst sein, denn seit geraumer Zeit und einigen Euros und WM’s hyb ich außer einer Linienrichterin, früher respektlos Outwachler(innen) genannt, keine Österreicher(innen) im Kopf, die bei diesen Titelkämpfen gepfiffen oder auch wichtige Europacupmatches geleitet hätten. Da ist unser bei Auslandsligen gehärtetes „Legionärs-Team“, das sich jetzt seit 2016 immer für EM und erstmals seit 28 Jahren auch eine WM qualifiziert hat, weit voraus. Schiedsrichterlegenden von Seioekt, Steiner, Linemayr, Kohl, Fahnker undcauch Stuchlik sind leider Geschichte. Und darum zu den richtigen Schlüssen zu kommen, warum dem so ist, wie es ist…
