Allgemein

Österreichs Fußballteam übernahm deutsche Tugenden mit späten Toren

apa/nimani

Die Zeiten haben sich geändert. Auch wenn stimmt, dass die total umgekrempelte deutsche Nationalmannschaft eine Hälfte in Saloniki mit Powerplay imponierte, hieße der neue Teamchef nicht Jürgen Klopp, dem alle alles aus der Hand fressen, dann wäre womöglich nach einem Sieg in vier Spielen schon Feuer am Dach und medialer Unmut zu lesen und zu hören. Und das gilt trotz verpatzter und mitunter schöngeschriebener/geredeter WM auch und immer noch für unseren deutschen Teamchef Ralf Rangnick, dem eun im Finish errangeltes 1:1 in Kosovo gegen Vorgänger Foda als Erfolg gutgeschrieben wird, wel wir ja ungeschlagen die Gruppenführung verteidigt haben. Möchte nicht wissen, was sich frühere Teamchefs anhören hätten müssen, hätten sie gegen einen Fußballzwerg mit Ach und Krach eine Niederlage verhindert? Aber wie gesagt, die Zeiten haben sich geändert.  Und irgendwie gehen, wie man so schön sagt, die Uhren anders.

Wenn von Deutschland und Österreich die Rede ist, dann sei gesagt, dass das, was einmal für die Teutonen gegolten hatte, neuerdings auf unser Team zutrifft. Jetzt sind nämlich wir diejenigen, die den Kopf aus der Schlinge ziehen, wenn sie schon einer Niederlage ins Aug gesehen haben. Kurzum, Kpnstkker später Tore. Wie beim 1:1 gegen Bosnien-Herzegowina, das die WM-Türe öffnete. Wie in jetzt in der Nations League in Dublin, als die vom Nottingham- und Glasner-Legionär Xaver Schlager angetriebenen Österreicher ein 0:2 ins 2:2 verwandelten, sogar dem Sieg dann näher waren als die Ien. Oder gestern in Pristina gegen die Kosovaren, die vor ein paar Jahren nicht einmal noch auf der Fußball-Landkarte zu finden gewesen waren. Fortuna, die Glücksgöttin, hatte auch die Hand im Spiel, als uns die Stange, dann der Schlager-Namensvetter Alexander mit tollem Relex  vor dem wohl unaufholbaren 0:2 bewahrten.

Einfach Mazeltow, bei uns geläufigere Kurzform „a Massl“, oder Glück des Tüchtige(re)n, das ist die unbeantwortete Frage. Wobei es insoferne gut tat, dass ein Duo, das beim Double-Sieger LASK spielt, also hierzulande und nicht wie das Gros des Kaders im Ausland, das 1:1 auf dem für beide Teams holprigen Rasen sinnigerweise per Kopfball-Stafette in Gemeinschaftsproduktion erzielte. Schade nur, das der dritte im Linzer Bunde, der von vielen Experten als derzeit bester heimischer Kicker gehandelte Spielmacher Sascha Horvath nur kurz (gegen Israel in einem spielerisch eher verpfuschten Match) im Einsatz sein durfte, ehe er sich verletzt abmelden musste.

Leider ist er schon 30 und, so hatte R. R. bei der Kader-PK betont, kein Mann der Zukunft mehr, sondern nur Notnagel, wenn es an Männern mangelt, die bei ihm  in der Pole-Position stehen. Warten wir ab, wie es im November ausschaut, wenn es in derNations League weitergeht. Und ob es weiterhin gelingt, das Glück und Schicksal mit oder ohne Aufholjagden zu zwingen. Also mit einst deutscne Tugenden unter einem deutschen Teamchef. So ändern sich eben die Zeiten. Auch bei und für uns.

Zum Kommentieren hier klicken

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Meist gelesen

To Top

Diese Webseite verwendet Cookies, um Ihnen ein angenehmeres Surfen zu ermöglichen