Anderswo lösen sportliche Talente noch als Teenager bei den „Großen“ die Vorschusslorbeeren ein, die sie im Jugend-Junioren-Alter abgegeben haben, ob sie nun Mirra Andreeva, Linda Noskova oder aber Rafael Jodar heißen, ganz zu schweigen vom Ausnahmekönner Carlos Alcaraz, der als Jungtwen schon sieben Grand-Slam-Titel auf dem Konto hat. Wie aber schaut´s bei unseren Zukunftshoffnungen aus, die Junioren-Grand-Slams gewonnen haben oder Nummer 1 der Welt in ihrer Altersklasse gewesen waren? Nein, nein, ich fühle mich nicht als und ich bin auch keine Kassandra, die tolle Leistungen klein- oder gar schechtredet, lasse aber lieber die Resultate für sich sprechen. Und deren Aussagekraft ist weit größer und höher eimzuschätzen als noch so überzogene, medial willfährig übernommene Jubelberichte, die uns Mittelmaß als Spitzenklasse verkaufen.
Als fast schon historischer Erfolg wird da heute reportiert, dass die nicht mehr taufrische mehr oder weniger Beute-Wienerin Sinja Kraus, die in Deutschland lebt und mit teutonischer Zunge spricht, gegen die Australierin Joint erstmals die erste Runde eines 1000er-Masters überstaden hat. Sozusagen ein Joint venture, weil es verbunden ist mit einem Zweitrunden-Duell von Kraus mit der heuer importierten Russin Potapova, die zwar außer dem Österreich-Pass mit uns kaum etwas zu tun hat, deren erfolgreiches Tennis natürlich nur auf russischer Schule aufbaut, die aber in Anwandlung von Irreführung unter den Nominierten für Wahl zur Dportlerin des Jahres aufscheint. Absurdistan.
Während sich also die Mittzwanzigerin Kraus ebenso freuen kann wie der Jungtwen Joel Josef Schwärzler, der bei einem peripheren Challenger in einer Kleinststadt an der französischen Atlantikküste als Nummer 185 immerhin die Nummer 725 der Welt, den Spanier Barroso Campos besiegt hat. Saperlot! Ernüchternder dagegen war die schlechte Nachricht, dass am „historischen Kraus-Tag“ in Peking die fast schon zum weiblichen Thiem stilisierte, bei Schiavone in Varese stationierte, zweifellos taentierte Osttirolerin Lilli Tagger von der Mittelmaß-Rumänin Gabriela Ruse eine weitere auf dem Deckel bekam und damit im Ranking, kaum unter die Top 50 marschiert, einen weiteren Rückschlag/Rückzug hinnehmen musste.
Ein prognostizierter, unaufhaltsamer Gipfelsturm schaut, bitte vielmals, doch anders aus. Ganz zu schweigen von Jubelstürmen, wenn in einer Relativitätstheorie der anderen, spezifisch österreichischen Art eine Maus eine Mickey Mouse schlägt. Es wäre höchste Zeit, dass man sich über den Tennissport hinausAnaklysen hierzulande einmal Gedanken macht und Analysen in Auftrag macht, warum die wenigsten heimischen, notabene medial hochgejubelten Talente den Sprung vom Starlet zum echten Star schaffen.
