Fussball

lVon R. R., der in unverbrüchlicher Treue auf Auslaufmodelle gesetzt und nun die Qual der Wahl hatx

Wir haben zwar die WM-Generalprobe gegen Tunesien mit 1:0 gewonnen, aber dafür unseren und Leipzig-Torjäger Baumgartner verloren, der mit einer Verletzung für die Endrunde ausfällt. Nicht genug damit, hat der letzte Test vor dem Abflug nach Amerika so viele weitere Fragen aufgeworfen, mit denen sich nicht nur für mich, sondern auch einige älttere Kollegen, die nicht gerade zu den Ja-Sagern und Teamchef-Bewunderern zählen, in weiterer Konsequenz die Gretchenfrage stellt, ob Ralf Rangnick nicht etwa in unverbrüderlicher Treue zu einigen mehr Auslaufmodellen denn Stars festgehalten hätte. Sie wissen ja, werte Blog.Leser, wen ich da in erster Linie meine, nämlich die unzertrennbaren Zwei, also Arnie Arnautovic, den Roter-Stern Belgrad als teuersten Fehlkauf aller Zeiten kritisierte, und David Alaba, der vor seinem Abschied weit mehr verletzt und Bankerldrücker war bei Real Madrid, als er zwei Jahre lang wirklich gespielt hat. Wie jämmerlich sich das Team vor der Pause gegen Tunesien mit diesen beiden „Galionsfiguren“ präsentiert hat, müssen selbst Fußball-Blinde ebenso gesehen haben wie die drei Aluminiumtreffer der Nordafrikaner, die locker 2:0 oder gar 3:0 hätten führen können, ehe Dortmund-Star Sabitzer aus einem Standard den Siegestreffer in Unterzahl schoss – übrigens auch ein gescheiterter ManU-Mann wie Teamchef R. R., der dort nicht gefeiert, sondern  gefeuert worden war. Kismet, da wie dort. Dafür hat ihm Österreich den Fußballhimmel auf Erden geöffnet…

Ich habe via Fernsehen im fernen Kitzbühel etwas gesehen , was ich vordem vor einem Länder- und letztem Testspiel noch nie gesehen oder erlebt hab – einen deutschen Teamchef, der sich in Vorgaukelung rotweißroten Patriotismus bei den Hymnen unter die Spieler mischt, sozusagen die optische Bestätigung der Verbrüderung, die sich allerdings kaum mit der nicht dementierten Meldung oder gar Tatsache verträgt, dass Rangnick vor der ersten WM-Endrunde für Österreich  seit  28 Jahren mit dem AC Milan als neuer Sportdirektor mit weitgehenden Befugnissen und Diktat auch über einen Cheferl-trainer, wer immer das sein soll, verhandelt hat. Warum, da doch der ÖFB mit dem zu allem Ja-Sager–Boss Josef Pröll und Konsorten der angeblich einzige Gesprächspartner sei?/wäre. Interessanter Widerspruch, der nur beweist, dass sich anders als anderswo der Heilsbringer Rangnick hierzulande alles erlauben kann, als wäre er Österreich! 

Mit mehr Glück als Verstand und Können haben wir also gegen den WM-Teilnehmer Tunesien gewonnen, während unser erster WM-Gegner Jordanien der summa summarum höher als wir eingeschätzten Schweiz mit 1:4 unterlag. Auf dem Papier, das geduldig ist, müsste  das Duell in der Rose Bowl von Pasadena in L. A. in 14 Tagen mit den unbekannten Größen aus dem nahöstlichen Krisengebiet nur noch  eine Formalität sein, aber das ist und bleibt  ein Konjunktiv, wenn ich daran erinnern darf, dass Saudi Arabien, nur an Petrodollars, aber nicht im Fußball eine Weltmacht, bei der Katar-WM zum Auftakt den späteren Weltmeister Argentinien mit 2:1 besiegt hat. Und gegen Messi und Co., den Titelverteidiger,  spielen wir jetzt das zweite Match in Dallas, Texas, zweite Heimat von Dallas-Cowboy und Wembley-Toni Fritsch (+2005), der dort immer noch ein Superbowl-Hero ist. Aber alles kann ein medial hofierter Wunderwuzzi bei Gott nicht wissen…

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