Aller guten Dinge sind drei, so sagt ein geflügeltes Wort. Zwar hat Lucas Pinheiro Braathen schon acht Weltcuprennen gewonnen, aber als brasilianischer Mamas ganzer Stolz als Samba-Pistentänzer nur dreimal im Weltcup, ganz zu schweigen vom Olympiagold vor neun Monaten. Ob Marco Odermatt ohne Fehler im zweiten, weit aggressiveren Lauf bei wechselnden Wind- und Sichtbedingungen diesen Pistenteufels-Braathen hätte einfangen können, scheint zweifelhaft. Dass er bei seinem 200. Weltcupstart mit dem 103. Podestplatz aber Landsmann und Slalom-Olympiasieger Loic Meillard aber um ein winzkges Hundertstel den Vortritt als Runner-up lassen hat müssen, kostete ihn nur ein gequältes Lächeln.
Und zum Lachen hatte auch der Halbzeitdritte Stefan Brennsteiner nichts. Während der Pinzgauer die Siegesträume mit dem doppelten Einser, also Platz 11, tauschte, katapultierte sich RTL-Weltmeister Raphael Haaser vom 20. Platz als bester ÖSV-Läufer (Schwarz nach vier Toren out) von Position 20 noch auf Platz 5. Mit einen ebensolchen sturzlosen Salto vorwärts landete Freddy Carrick-Smith, 19 Jahre junger Zwillingsbruder des zweifachen YOG-Siegers Zak, trotz hoher Nummer 46 und auf Safety first bedachten Finallaufes auf Platz 12!


Für mich, der die Karriere des Dreibubenhauses seit längerem verfolgt, alles andere denn eine Sensation, die der Winter am Gletscher ob Sölden hereinschneite. Freddy, Zak und der ein Jahr ältere Bruder Luca wurden unter Obhut der Eltern, der viermaligen Olympialäuferin Enma Carrick-Anderson und von Papa Phil Smith sorgsam aufgebaut. Motto: Getrennt marschieren, vereint schlagen. Mal bei FIS-Rennen, mal Europacup, ehe zumindest Freddy reif für Gutes im Weltcup war. Als Briten-Trio unter God save our Selfmade-Program für den UK-Verband, obwohl die Brüder aus geschäftlichen Gründen der Eltern in Paris das Licht der Welt erblickten – und über eine Doppelstaatsbürgerschaft verfügen. Da sie sIch aber nur dem Diktat der Eltern unterordnen sollten und wollten, war Frankreich kein Thema. Lieber sportliche wie wirtschaftliche Selbstversorger mit eigenen Plänen und jährlichen Zielsetzungen als Gastarbeiter.
Für den Weltverband FUS sind die Carrick-Smith-Gebrüder wie der falsche Brasilianer aus Norwegen fast solche Himmelsgeschenke wie Frau Holle, die auf Besuch nach Sölden gekommen war. Wenn der Teufels-Braathen im Schnee so siegreich weitermacht und die Brasil-Kicker am Rasen weiter an Boden verlieren, könnte es in Rio schneller eine Skihalle als Abwechslung zu des Meeres und der Surfer-Liebe Wellen geben als bei uns. So ist das, wenn im Sport Salti geschlagen werden. Und Samba-Tanz sich mit English-Waltz mischt.
