In England ist der Teufel los, wobei es trotz des packenden 2:3 gegen Weltmeister Spanien zum Nations-League-Start nicht gegen den deutschen Teamchef Thomas Tuchel geht, sondern um Manchester City, den zunächst der alte, neue Italien-Teamchef Mancini, dann der katalanische Wunderwuzzi Guardiola nach 44-jähriger Flaute zum Seienmeister gemacht hatten. Die Citizens, die dabei dem populäreren Lokalrivalen United den Rang dank Scheich-Milliarden abgelaufen hatten, wurden von der Football Association (FA) in 114 von 115 Anklagepunkten für schuldig befunden, gegen die Finanzregeln der Premier League verstoßen zu haben. Ganz so, als hätte er geahnt oder gar gewusst, was auf den Klub zukommt, hat ihn Meistertrainer Pep trotz der kurz davor beschlossenen Vertragsverlängerung verlassen. Und seither hat man von ihm nichts mehr gehört außer einem ergebnislosen Geheintreff mit Uli Hoeneß …
Klar, dass vor allem die bis zum Arsenal-Meister-Comeback gedemütigten Gegner, sofern sie selbst keine (Saudi- oder Scheich-) Butter am Kopf haben, nicht nur: haltet den Dieb rufen, sondern eher schon schreien: bestraft diese Lügner oder Halsabschneider! Da ja Geld bekanntlich die Fußballwelt immer mehr regelt und damit regiert, haben sich allerdings im Laufe der Jahre immer mehr Öl-Scheichs nicht nur im englischen Fu?ball eingekauft, sondern auch in Frankreich. Schlag nach beim zweimaligen Champions-League-Sieger Paris-Saint-Germain, der seinerzeit mit dem Neymar-Transfer den ganz normalen Unsummen-Wahnsinn begonnen hat, dem der Messi-Transfer auf dem Fuß folgte.
Da ja die hohen Herren von Manchester City sich nicht schuldbewusst an die Brust klopfen, sondern immer wieder beteuern, alles wäre mit rechten Dingen zugegangen, wird´s kaum einen kurzen Prozess geben, sondern wenn überhaupt, eher eine unendliche Geschichte, die vielleicht mit einem Punkte-Abzug, einer Geldstrafe oder womöglich gar wie das Hornberger Schießen endet. Auch das, also die Einstellung des Verfahrens mangels an Beweisen, scheint in wirtschaftlich schwierigen Zeiten wie diesen nicht von der Hand, die einen füttert, zu weisen. Und da die Petrodollar-Billionäre aus der einstigen Fußballwüste den satten grünen Rasen der britischen Insel als eine Art neuen Garten Edens entdeckt haben, ist´s von den vordergründig so besorgten Regelhütern kaum zu erwarten, dass sie diese aus ihrem neuen Paradies vertreiben. Das Hemd ist halt stets näher als der Rock.
