Die sportliche Sensationsmeldung des Tages kam aus Shanghai vom Masters 1000 im Tennis, wo passiert ist, was niemand für möglich gehalten hätte, dass es geschieht. Just jener mittelgroße und spielerisch mittelprächtige Belgier Zizou Bergs, der beim Daviscup in Wien das entscheidende Duell gegen Jurij Rodionov verloren hatte, servierte im fernen Osten den siebenfachen Grand-Slam-Sieger Carlos Alcaraz aus Spanien mit 7:5, 7:6 ab. Unglaublich. Kaum zu fassen.
Besonders clevere Sport- und Tennisfans könnten jetzt angesichts dieser faustdicken Überraschung gar auf die Idee kommen, dass in unserem Bergs-Bezwinger klammheimlich ein noch besserer Spieler stecken würde als im belgischen Sensationsmann. Blöd nur, dass diese Rechnung nicht aufgeht, weil man beim Tennis die Resultate nicht einfach so mir- nix-dir-nix miteinander vergleichen kann, jedes Match samt Spielverlauf halt für sich steht. Wär´s so simpel, wie manch eine(r) denkt, dann würde unser mehrfacher Held im Reform-Daviscup viel weiter vorn stehen im Ranking, das so nebenbei auch oft genug der Aktualität nachhinkt.
Wirklich ungewöhnlich bis negativ fällt jedoch nicht nur mir auf, dass man Österreeicher: Innen in Qualifikationen für Großevents, aber auch im Hauptfeld kleinere (Challenger-) Turniere im sogenannten Asian Swing mit Ausnahme von Sinja Kraus und den Doppelspielern so gut wie nicht findet. Statt aus Schlagabtäuschen mit besseren ubd besser postierten Gegner: Innen zu lernen, sind eher Duelle mit dritt- bis viertklassiger Konkurrenz an unterklassigen Nebenfronten angesagt.
Und da dem so ist, wie es ist, krebsen unsere „Kanonen“ im Ranking irgendwo im Niemandsland. Oder warten darauf, dass bald die Daviscup-Endrunde in Bologna kommt. Wer darob aber wirklich glaubt, dass Österreich zu den acht besten Tennisnationen der Welt gehört, der muss Scheuklappen oder eine rotweißrote Brille tragen, durch die man alles in Rosarot sieht wie den Tennishimmel auf Erden. Schön wär´s, würde einer unserer Helden oder eine der Jung-Amazonen solch Siege erringen wie Zizou Bergs gegen den mittlerweile ärmellosen, aber schnurrbärtigen Alcaraz in einem Masters-Turnier!
