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Nicht protestieren; sondern gratulieren, dass eine Größe wie Shiffrin eine Kurskorrektur forderte

Ich war angesichts meiner angeschlagenen Gesundheit nicht vor Ort, habe aber danach vernommen, dass gegen die Doch-noch-Seriensiegerin Shiffrin von Seiten der Schweiz und Österreichs ein Protest eingebracht worden wäre, was beide Verbände übrigens dementierten. Bevor sie das aber noch tun konnten, war schon  die These im Umlauf der immer boulevardeskeren wie sozialen Medien, die Amerikanerin hätte erstens die Kurskorrektur gefordert und dann die Besichtigungszeit überschritten, weil sie sich offenbar an Ort un d Stelle davon überzeugen wollte, dass tatsächlich so umgesteckt wird, dass es regulär und nicht mehr so grenzwertig wird wie im ersten Durchgang. Das hat mich an die Abwandlung einer legendären Frage eines immer noch umtriebigen Kollegen bei den Spielen 88 in Calgary erinnert, die da lautet: „Darf´s ein bisserl a Skandal sein, den man verkaufen kann?“

Gottlob hat es keinen Protest  gegeben, mit dem sich weder die Österreicher noch die Schweizer besonderer Sympathiewerte hätten erfreuen können. Wer quasi im Unterton einer mehrfachen Olympiasiegerin, Weltmeisterin, 106maligen Weltcup- und 69fachen Slalomsigerin unterstellen würde, sich einen von mehreren Semmering-Erfolgen hintenherum erdchlichen zu haben, der muss nicht richtig ticken oder ist derart bürokratisch gepolt, dass er den Wald vor lauter  Bäumen nicht mehr erkennt. Paragraphenreiter haben ja seinerzeit auch Hermann Maier zumindest einen Val d´Isere-Riesenslalomsieg gekostet, weil er als Schnellster vor der damals noch gültigen „roten Linie“ abgeschwungen und verbotener Weise seine (Atomic) Ski in die Kamera gehalten hatte.

Im Rückblick noch lachhafter als damals. Mit sportlicher Wertigkeit hatte es nichts zu tun, nur etwas für Regelhüter, die auch über sinnlose Vorschriften mit Argusaugen wachen. Und dann (Geld-) oder andere Strafen verhängen – wie an diesem Semmeringabend etwa  gegen die Schwedin Sara Hector, überigns auch eine Olympiasiegerin, die offenbar gar nicht gemerkt hatte, dass sie eingefädelt z7zu haben, darum weitergefahren war, darum tausend Fränkli als Pönale zahlen und beim Slalom zuschauen musste.

Ich bin kein Freund von Kommissionen, in die man – wie Feigenblätter – aktuelle oder alte Spitzensportler: Innen setzt. Aber ich schon sehr dafür, dass sich Topstars einmischen, wenn sie merken, dass womöglich ihre Gesundheit auf dem Spiel steht. Und wenn sie mich fragen, ohne vor Ort gewesen zu sein, dann hat Mikaela Shiffrin nicht nur im eigenen, sondern auch im Interesse der Konkurrenz gefordert, den Kurs umzustecken, auch wenn Gegnerinnen diese Mini-Änderung nur noch via Computer studieren konnten statt auf der Piste. Wer wei0, was passieren hätte können, hätte sich nicht die zumindest statuisch beste oder erfolgreichste Rennläuferin der Skigeschichte auf die Beine gestellt. Diese Form des Eingreifens oder Einschreitens sollte, obschon es in keinem  Regelbuch zu finden ist, zur Regel des Handelsns werden, für Skidamen wie Skiherren. Darum  sei gesagt: Besser Shiffrin gratulieren statt protestieren…  

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