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Wie man den phänomenalen Skistar Braathen in eine Samba-Kultfigur zu verwandeln versucht

Man kann vor Lucas Pinheiro Braathen nur den Hut ziehen, was der N orweger in diesem Winter alles für seine Wahlheimat Brasilien, wo es kein  Stäubchen Schnee,, aber jede Menge an Sandstrand gibt, geschafft hat: Olympiagold im Riesenslalom, kleine RTL-Kugel gegen einen Odermatt und weitere Weltcupsiege und Podestplätze! Welch eine sensationelle Bilanz eines Einzelgängers, der zwar nur ein Betreuerteam samt Sponsor, der ihn finanziell beflügelt, hinter sich hat, aber keine Mannschaft an herausfordernden Athleten wie seine Elche-Ex-Teamkollegen. Ein Solist wie ehedem Marcel Hirscher, der ja auch sein eigener Herr im ÖSV-Haus gewesen war mit eigenem Trainerteam, Vater Ferdl mit dem unverwechselbaren Schnauzbart inklusive. Er war der Urtümliche in einem eher aalglatten Umfeld, wenn ich mir erlauben darf, das so zu nennen.

Gerade darum, weil der ORF nicht Mühe wird, seine spezielle morgigevDoku zu und über Braathen, dessen Norweger-Stern einst in Sölden aufgegangen war, tagtäglich zum Anschauen anpreist, erlaube icch mir ein wenig wider den Stachel zu löken. Wenn einer im Skidress, Skistiefel inklusive, dreimal mit dem Hintern wackelt, um derart seine Samba- und Disco-Nähe zu demonstrieren,  ist er  meiner bescheidenen Meining nach  noch lange kein Showman, auch wenn das ständig wiedergekaut wird, um den Norweger – dessen phämomenales Skikönnen nur mit Norwegen und Null mit Brasilien zu tun hat – ein PR-Mäntelchen umzuhängen. Als Kult- und Kunstobjekt der sonst mit Ausahme von Odermatt doch eher eintönigen, nicht nur alpinen Skiszene.

Mich erinnert das, man verzeihe den doch nicht so ganz weit hergeholten Vergleich, an die Art und Weise, wie eine gut geölte PR- und Werbeschiene seinerzeit aus David Beckham, einem sehr guten, aber nie und  nimmer an Pele-, Maradona- oder Messi- und Ronaldo-Sphären hereinreichenden Klassekicker quasi die Nummer 1 auf dem Planeten gemacht hat, was schillernde (und bis zun Nacken tätowierte) Figur, weltweite Popularität und damit auch Abermillionen an Einnahmen (samt Komissionen) betrifft. Eben darum, weil seine und seines Managements/Umfelds Interessen mit jenen des Elch-Verbandes kollidiert hatten, war´s bei Braathen  zur Scheidung auf brasilianisch mit der skandinavischen Heimat gekommen, aus der Lucas nicht nur pekuniär, sondern auch sportlich allerdings das Maximum herausgeholt hat. Um seinen Samba-Ruf gerecht zu werden, sollte Braathen im Kitzbühel-Sommer vielleicht in der feuchtfröhlichen Pavillon-Szene unweit Streif- und Ganslern-Zielen wieder kräftig auf die Pauke hauen. Das allerdings wird schwierig, da ja die Medien inzwischen berichtet haben, dass der Allerweltskerl sein Sommercamp von Europas Gletschern nach Brasilien verlegen will. Etwa darum, um mit Wellenreiten oder Windsurfen  die brasilianische Schneelosigkeit zu überbrücken? Auch wenn’s nicht stimmen sollte, hört es sich gut an. Na und? Wen kratzen schließlich  heutzutage noch Fake News…   

 

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