Kritik zu üben, auch wenn sie noch so berechtigt sein sollte, ist ganz sicher einfacher denn Alternativen anzubieten. Das gilt wie in der Politik auch für den Sport, wobei da wie dort Personen am Ruder sitzen, bei denen, um es etwas poetisch auszudrücken, das Kentern vorprogrammiert ist. Vor allem hierzulande, wo der Sport über farblich punzierte (nicht nur) Dachverbände zum Trittbrett für die Politik (er: Innen) geworden ist – nicht anders wie der Wahl eines ORF-Generaldirektors, dem untergejubelt, als Wunderwuzzi die Austria Presse Agentur – eine vo Printmedien und Staatsfunk finanzierte Genossenschaft – zu einem internationalem Player gemacht zu haben.
Das, werte Blog-Leser, ist nur die halbe Wahrheit, weil sich Clemens Pig in ein vom hochdekorierten Vorgänger Doktor Wolfgang Vyslozil gut vorbereitetes Bett legen konnte. Jenem Dr. Vyslozil, 81, der unter der Ägide des verstorbenen Kommerzienrats Johann P. Fritz bis 1982 stellvertretender Geschäftsführer der „Presse“ und damit auch einer meiner ökonomischen Oberchefs gewesen war, ehe er – damals tatsächlich ein Häuserl weiter – zur APA in der Gunoldstraße wechselte. Nachschauen, also ordentliche Recherche, findet ja heutzutage nicht mehr statt. Genügt doch schon, einen Blick in Wikipedia auf Pig zu werfen, oder?
Sorry für mein Abschweifen in einen anderen Bereich des politschen ORF-Schauspiels, das vorerst mit der Wahl von 13 Direktoren geendet hat, die sich Pig ausgesucht hatte, wenn sie nicht für ihn ausgesucht wurden. Manager hin oder her, wie soll jemand, der praktisch noch nie einem Fuß in ein Fernsehkammerl gesetzt hat, die TV-Qualitäten der 13 Direktor: Innen beurteilen können, die er auswählt? Was hat er im Interview des könftig von ihm geführten Unternehmes angedeutet? Die Erhöhung der ORF-Gebühr wäre ein Denkmodell! Ins Börserl fahren, abgesegent von der Mehrheit, die ihn gewählt hat. Postenschacher? Freunderlwirtschaf, was sonst?
Im Sport, vom dem es ja heißt, er wäre die schönste Nebensache der Welt, hat sich das seit Jahrzehnten, meist noch mit Stabübergabe, eigenistet. So kommt es, dass (mitunter engagierte) Dilettanten die immer professionelleren Aktiven gängeln. Und genau da, so meine ich zuminedst, liegt der Hase im Pfeffer. Wo mit allem Drum und Dran viel Geld im Spiel ist, hört sich der Amateurismus von oft Ahnungslosen auf. Wenn überhaupt, so sollte es künftig die drei Dachverbände nur noch dafür geben, dass sie Sportanlagen auch für Breiten- und Hobbysport in Schuss halten und zur Verfügung stellen. Dafür aber nur noch einen neuen Verband, der sic mit geeignetem Personal zu einer Organisation unter dem Mantel eines ebenfalls personell reformierten, politisch unabhängigeren ÖOC vereint. Bicht mehr getrennt jund aufwendig marschieren, sondern ve
reint schlagen.
Lean Management, so predigt das die Wirtschaft, wobei sie hierzulande damit nicht nur, aber auch bbeim Sport auf taube Ohren bei Entscheidungsträgern stößt, die dazu noch blind sind für die Realität, in der wir bei zum Teil noch immer vollen Schüsseln verhungern. Dafür sorgen schon die diversen sich überschneidenden Instanzen und Institutionen, die samt Verwaltungsapparaten mehr kosten als sie bringen: Wär´s anders, würden wir nicht langsam, aber sicher zu Exoten der klassischen Disziplinen schrumpfen …
