Ich werde mich heute nicht mit Wintersport, Prevc und Anzügen, Rast gegen Shiffrin, Stadlobers Bergtrikot etc auseinandersetzen, sondern mit Tennis und den aus v eränderten weltpolitischen Gründen langsam überhandnehmenden Nationenwechsel von Sportler: Innen. So wird natürlich nicht nur, aber vor allem vom heimischen Verband der Auftaktsieg der kürzlich mit einem rotweißroten Pass ausgestatteten Russin Potapova gegen die Russin Kasatkina, die jetzt Neo-Känguru ist, als großer Erfolg bejubelt, ganz so, als hätte der ÖTV spielerisch mit dem Können der Dame etwas am Hut.
Das ist natürlich Mumpitz, auh wenn sie in der Zeit, in der sie mit dem Nicht-mehr-Bresnik-Schützling Shevchenko verheiratet war, in der Südstadt trainiert hat, zumindest aber gesehen wurde. Ob ihre Fremsprachenkenntnisse über das obligate Turnier-Englisch hinaus auch unsere Muttersprache, also Deutsch, einscgließtg, zumindest in Brocken, das entzieht sich meiner Kenntnis, werde mich aber noch beim alten Freund Günter erkundigen, wie es darum steht. Mir jedenfalls sind solche Blitz-Einbürgerungen unter dem Deckmäntelchen, dass davor unser Nachwuchs profitieren, mehr aals suspekt. Und als altes Semester erinnere ich mich der TV-Diskussion mit dem damaligen Unterrichts- und Sportminister Gratz, ob man es wagen soll, die damals blutjunge, nach der niedergeschlageenen CSSR-Revolugtion mit Trainermama nach Wien gekommene Sonja Baloun einzubürgern, um damit nach dem Karriere-Ende von Sapporo-Olympiasiegerin Trixi Schuba diese Lücke zu schließen.
Damals gab es noch öffentliches Pro und Kontra zu diesem Thema, was inzwischen lngst nicht mehr der Fall ist, alles sozusagen durch Beziehungen welcher Art immer heimlich, still und leise hintenherum erledigt wird. Was die geschiedene Frau Anastasia Shevchenko, sprich: Potapova. betrifft, so wurden auch die Medien erst nach dem staatlichen Vollzug informiert mit dem Zusatz, dass sie selbst und nicht etwa der Tennisverband den (ziemlich rasch und unbürokratisch bewilligten) Antrag gestellt habe. Ob die bald wieder Top-50-Spielerin angesichts ihres eher dichten Turnierplanes auch Zeit für unsere mehr oder weniger großen Talente hat, wird sich erst herausstellen, wage ich aber eher zu bezweifeln nach dem Motto: Das eigene Hemd ist mir näher als der doch fremd Rock.
Natürlich hat Österreich auch von der Wende anno 1989 und offenen Grenzen mit Migrantenkindern vor allem in Ballsportarten profitiert, die sich aber hierzulande zu Topleuten entwickelt haben, während sich die Blitz-Einkaufspolitik von einem Wembley-Finalisten a la Emmerich (zu Klagenfurt) oder von Laci Legenstein bis Cliff Letcher im Tennis oder Ken Grove im wasserspringen und erst recht beim Eiskunstkaufen von Lautowa bis Mikutina und Zanon kaum bis gar nicht ausgezahlt hat – im Gegensatz zur Einheiratspolitik, die uns nach Sarajevo mit der ungarischen Eisgräfin Emese Hunyady ein Goldkind beschert hat, das Olmpiasiegerin, Welt- und Europameisterin wurde, und mit dem Gold-, Silber-, Bronze-Jungen Michael Hadschieff, Tiroler bulgarischer Vorfahfen, das fast eingeschlafene Eisschnelllaufen durch ihre eigene, extrovertierte Veranlagung revolutioniert e und popularisierte – und so auch Nachfolgerinnen von Rokita über Sprintweltmeisterin Vanessa und die Junioren-Champions Odor, Farthofer und Jeannine Rosner dazu trieb, sich mit hartem Training allmählich auch ins mediale Blickfeld zu befördern.
Ich denke, dass es besser wäre, auf dubiose Einbürgerungen von Sportler: Innen zu verzichten, aber Sportübergreifend die besten Trainer und sonstige Experten, die verfügbar und leistbar sind, zu engagieren, um da und dort auch Wissenslücken und Nachteile in Vorsprung zu verwandeln – so wier einst im Mai mit Kukal und Co. in der Südstadt. Oder wie beim Rodeln, wo sich der zehnmalige Weltcupsieger, Weltmeister und Olympiamedaillengewinner Markus Prock nicht zu schade war, seinen größten deutschen Gegner Georg Hackl zu holen, der ghenau weiß, aus welchem Material und mit welchem Material man geschnitzt sein muss, um Siege feiern können. Er hat´s vorgezeigt, Frei nach den Römer-Zitat. Quod erat demonstrandum. So was würde ich bei aller Feschheit einer Linz-Siegerin wie Potapova auch in mehr Bereichen wünschen.













