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Fussball

Merk´s Fußball-Deutschland, ganz frei nach “Bild”: Wir sind Depp!

Deutschland, wie es jeiert und jammert, weint und greint, flucht und tobt! Deutschland, deine viel zu hochgejubelten Weltstars haben sich von Argentinien und eigenem Hochmut inspirieren lassen, um zu Fall zu kommen. Man könnt´s ja relativieren und sagen: Messi und Co haben sich beim 1:2 gegen irrtümlich für Bloßfüßige gehaltene Saudis noch viel mehr blamiert als wir beim gleichen Ergebnis gegen die ebenso unterschätzten Japaner, die immerhin schon mehrmals ein WM-Achtelfinale erreicht haben.

Ehrlich gesagt, wer zur Halbzeit gedacht hätte, die 1:0 statt 4:1 führenden Deutschen könnten gegen die Fußballsöhne Nippons verlieren, der wäre vielleicht ausgelacht worden angesichts der Dominanz der hochbezahlten Stars von Real-Madrid über Manchester City, Chelsea bis zu den sieben Bayern und anderen Jungstars! Da stellten nicht nur die ORF-Analytiker und Kommentatoren die Frage in den Raum, was dem Japan-Coach wohl einfallen würde, um den vermeintlichen Einbahn-Fußball in ein Duell zu verwandeln.


Der gute Mann brauchte keine Ratschläge von außen, weil er die noch besseren in den Karten hatte, sozusagen Asse im Ärmel, die er nach der Serie verhinderter deutscher (Abseits)Tore aus dem Ärmel zog, um die Deutschen ins Tal der Tränen und der Mannschaft samt ihrem mittlerweile vom Allzeithoch ins Allzeittief gerutschten Trainer-Hansi am Zeug zu flicken. Ich bin schon gespannt, welch plakative Schlagzeile die in diesem Genre höchst kreative „Bild“-Zeitung nach dieser nächsten Pleite mit dem drohenden Erstrunden-Aus wie 2018 jetzt wählen wird. Statt des auch vom zweimal bezwungenen Ex-Welttorhüter und Capitano Neuer propagierte Schleiferl „One Love“ in Anspielung an die einstige Papstwahl etwa gar: WIR SIND DEPP!

Aber vielleicht lässt sich auch dieses negative Highlight der Fifa und den Katari unterjubeln, weil sie mit ihrer Gelb-Drohung für „One Love“ eine rote Linie überschritten und die ständig mit diesem Thema beschäftigten Stars aus dem Konzept und um ihren Verstand gebracht haben. Wer´s glaubt, der wird zwar dabei nicht selig, aber Opfer einer oktroyierten Glückseligseligkeit. Ich will mich auch nicht der pauschalen Prügelei der deutschen Mannschaft anschließen, die ja nicht einmal bei den Männern mehr so heißen darf in politischer Korrektheit, aber vor allem jene aufs Korn, die mit maßlos überzogenen Superlativen für einzelne Spieler/Legionäre damit auch Vorschub für zu wenig Effizienz, Engagement und Erfolg geleistet haben.

In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass der Ex-Bayern-Star Basti Schweinsteiger zur Pause von seinen deutschen Nachfolgern wie von Weltmeister in spe schwärmte, ehe er sie nach dem Debakel sozusagen durch Sonn und Mund zu hauen. Auf einmal waren die Millionenstars von vorn nach hinten, von Neuer bis Müller, von Gündogan bis Havertz und Müller, nichts anderes wert Rohrkrepierer! Motto: Ja, was schert mich, was ich vor einer knappen Stunde gesagt hab? Irren ist eben menschlich. Aus. Basta.

Erst Argentinien mit Altstar Messi, jetzt Deutschland mit Altstar Müller, die im Wüstenstaat ins Stadion-Gras beißen mussten, dazu noch Weltfußballer Lewandowski, auch schon 34, der mit dem Elfer gegen Mexiko den Polen-Sieg vergab – und wer weiß, ob der von Manchester United geschiedene noch ältere Ronaldo mit Portugal für so viele Schlagzeilen sorgt wie mit seinen Skandal-Interviews. Sie alle, ob Welt-, Europa- oder Südamerikameister, haben ihre Meriten, sie alle waren Super- oder zumindest Topstars bei ihren Vereinen oder Teams, aber sie allen können die Uhr in einer Zeit nicht zurückdrehen, in der es immer weniger Zeit und Raum gibt, um die immer noch tolle Technik auch zu entfalten. Und damit ist, da bin ich mir fast sicher, die Götterdämmerung angebrochen.

Das ist mit den ersten beiden Riesensensationen dieser Katar-WM auch die erste Quintessenz. Was der Terrier Berti Vogts vor fast 30 Jahren gesagt hat, das grifft heute mehr denn je zu: Der Star ist die Mannschaft, die mit unbändigem Willen, tollen Einsatz und mit einer Härte ohne Rücksicht auf Verluste tatsächlich bis zum  Umfallen kämpft, Devise: Einer für alle, alle für einen. In diesem Sinn (er)warte ich schon (auf) die nächste Überraschung.

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