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Oh Madonna, welch Medien-Theater um Hirscher-Comeback-Slalom im Olympia-Countdown

Auch wenn es zum Finale furioso des Vierschanzen-Klassikers in Bischofshofen gelungen ist, dem uneinholbaren Gesamtsieger Domen Prevc durchVorjahrssieger Daniel Tschofenig die Flügel zu stutzen, auch wenn sich ein ganzer rotweißroter Adler-Horst in den Top 10 eingenistet hat, so werde ich mich zum Dreikönigstag mit einem anderen, alpinen Thema beschäftigen. Und dieses dreht sich um die  an Weltcup-Gesamtsiegen rechnerisch erfolgreichste Skiperson aller Zeiten, die Marcel Hirscher heißt, den Slalomartisten und Pistentänzer, der allerdings nie eine klassische Abfahrt bestritten oder gar gewonnen hat. Das sei in Erinnerung an Alleskönner wie Sailer, Molterer, Schranz, Zimmermann da, Annemarie, Petra und Anna dort gesagt und geschrieben.

Wenn heute der Flutlicht-Weltcup-Slalom in Madonna di Campiglio in Szene geht, dann wird man mit dem Namen Hirscher auch das ursprünglich vor einigen Wochen an diesen klassischen Ort vertagte Comeback nach dem Kreuzbandriss nicht erleben, weil es im  Olympia-Cluntdown von seinem bulligen Team unter der Federführung von Ex-ÖSV-Sportdirektor Toni Giger wieder ver- oder aufgeschoben wurde. An den drei im Frühherbst mit einer Erkrankung verlorenen Trainingswochen kann´s ja nach Adam Riese wohl nicht mehr liegen, weshalb man nur spekulieren kann, warum der Salzburg-Oranje sich so lange Zeit lässt mit der Rückkehr ins Renngeschehen, das übrigens auch in der vorigen Saison bis zur sturzlosen Trainingsverletzung mit einem 23. Platz im Sölden-Riesenslalom im Gegensatz zu medialen Superlativen und im Vergleich zur ebenfalls bulligen Lindsey Vonn nicht gerade berauschend ausgefallen war. Spiegel der Realität und nicht des Namedroppings, das stets mit seinen alten Siegen junktimiert wurde.

 Im aufgebauschten und medial perfekt inszenierten tsweiten Comebacks des zweifachen Olympiasiegers war und ist´s natürlich bequem gewesen, dank holländischer Mama und Segen der FIS die Verbandsseiten zu wechseln. Und sich damit auch den Druck einer Qualifikation cfür die Spiiele zu sparen, obschon gerade die ÖSV-Slalom-Spezialisten  derzeit mehr schwächeln  als erwartet. Mit der gleichen Kaltschnäuzigkeit, mit der Marcel in seiner besten Zeit mehr als 70 Siege (inklusive Titel) errungen hatte, hat Hirscher nun ungeniert die Nation gewechselt, um als Oranje-Sohn und Dosen-Energy-Botschafter jenen ÖSV mit seinen potenten Sponsoren herauszufordern, von denen er mit Privatteam und auch Topverträgen in Millionenhöhe jahrelang  geschmeichelt und verwöhnt wurde – auch auf Kosten anderer Läufer.

Mit all dem ist Hirscher offensichtlich ins Reine gekommen, was seine Sache ist. Dass aber die österreichischen Medien die Österreich-Flucht einer nach fünfjähriger Pause wieder auf den Renngeschmack gekommenen nationalen Ikone in immerwährenden Berichten feiern, als wär´s unsere nächste Goldmedaille, grenzt an skurrile Absurdität. Wäre ein Tomba jemals für uns oder wen immer gegen seine italienische Heimat gestartet, wäre er wohl in des Teufels Küche gekommen.Und selbiges würde auch gelten, sollten Vonn oder Shiffrin nach einem mehr oder weniger langen Sabbatical gegen die USA starten oder gar gewinnen wollen. Aber im Falle Marcel HL:: und der von RedBull gekauften Augment-Ski, die sich hirschend-pirschend Van Deer nennen, scheint die Begeisterung darüber, sich masochistisch ins eigene Knie zu schießen, fast grenzenlos zu sein. Auch die einst heile Skiwelt stellt sich mIttlerweile in Regel- bis Charakter-Slaloms auf den Kopf.  

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