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Thiem: Mit neuer Effizienz in Paris unterwegs zur Wiederfindung

Es hat mich viel Schlaf gekostet, war´s aber nach langem Warten und Bangen am Ende des Tages oder besser gesagt kurz vor der Morgendämmerung doch wert, zugeschaut zu haben. Getreu dem Motto, dass aller guten Dinge oder Siege in Paris drei sind, hat Dominic Thiem beim Masters 1000 in der Post-Mitternacht-Party das Duell ehemaliger Grand-Slam-Sieger, Weltranglistendritten und einhändiger Rückhand-Granden mit 3:6, 6:3 und 7:5 gewonnen.

Sein dritter Sieg n Folge in Paris-Bercy, wo ihm vor genau vier Jahren, jawohl 4 (!) Jahren, fast eine Tennis-Ewigkeit, der letzte Sieg in einem 1000er-Masters gelungen war. Kein Wunder, dass Thiem da fast Luftsprünge um etwa 1/2 3 Uhr morgens machte. Wer unter knappen Niederlagen in Serie gelitten hat, für den ist so ein Erfolg fast so viel wert wie ein Turniertriumph. Ganz sicher sogar. Siege sind das beste Kraftfutter fürs Selbstvertrauen …

Erst recht dann, wenn einer wie der gebeutelte bis geprügelte Thiem fast zum Wiederholungstäter geworden wäre. Aber in heiklen Lagen half dem 30jährigen Dominic im Duell zweier Comeback-Kämpfer sowohl das Spielglück mit Millimeterentscheidungen als auch der 38jährige Welschschweizer höchstpersönlich aus der Patsche, das unterstreicht die in dieser Hinsicht relevante Statistik.

Was Stan the Man betraf, so erwies sich Wawrinka als selbst-zerstörender  Verschwender, der von 13 Breakbällen nur drei verwandelte, während Thiem umgekehrt vier von fünf Chancen nützte. in diesem auch ein klarer Fall von einem Eid- als Neidgenossen. Und andererseits von einem Überlebenskünstler, der bei ihm lange Zeit vermisste Stärken auspackte, um gegnerische Schwächen zu nützen.

Kurzum, dieses war der dritte Streich in Paris und der erste gegen einen nicht mehr ganz so Großen großen Namens. Ob´s dank der neuen Effizienz zu einer Katalysatorwirkung kommt mit selbst-reinigender Nachhaltigkeit, das könnte schon des Zweitrundenduell mit dem dänischen Vorjahrssieger Holger Runde zeigen, der nach einer unaufhaltsamen Abwärtsspirale (8 Niederlagen in 9 Spielen seit Wimbledon) von der Mouratoglou-Akademie zu Boris Becker geflüchtet ist. Und unter dem wieder gefragten, auch geläuterten Bobele zuletzt in Basel mit dem Rücken zur Wand, aber altem, neuen Kämpferherz wieder drei Matches in Folge gewann.
Beim Schlagabtausch von Thiem mit Rune kommt´s so nebenbei auch zum pikanten oder gar brisanten „Boxen“-Duell zwischen dem vollbärtigen Domi-Coach Benjamin Ebrahimzadeh, der von Mouratoglou statt Massu geholt worden, und dem neuen, spitzbärtigen Dänen-Mentor Boris Becker, der in Wien meinte, ein Freund von Thiem und damit vorsichtig zu sein, was er über ihn sagen darf. Aber letztlich ist und bleibt ja, wie schon das geflügelte Wort sagt, jeder sich selbst der nächste. Eine Devise, die der in einer Wiederfindung befindliche Thiem beherzigen sollte…

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