Reden wir nicht von den heutigen Reden im Parlament zum vierten Jahrestag des russischen Angriffs auf die Ukraine, die sind auch ein eigenes Kapitel, was Desinformation bis zur Ahnungslosigkeit der parlamentarischen Könige iund Kömiginnen anbelangt. Das, was sich im Hohen Haus oder dem eher tiefen Graben der Politik abspielt, wird auch zumindest in einigen Teilen des österreichischen Sports durchexerziert mit der Einführung der nicht einmal so preisgünstigen Sportdirektoren, unter denen sich im heimischen Geschehen so gut wie nichts geändert hat, was die internationale Konkurrenzfähigkeit betrifft. Dafür wissen nicht alle, aber einige der digital erprobten oder interessierten „Cheferln“, wie man die zum Teil ebenfalls nicht gerade auf dem letzten Stand der Dinge befindlichen Medien gängelt, sodass sie tolle Erfolge publizieren, die bei genauerer Durchsicht so toll eigentlich gar nicht sind…
Zu den „Frontrunnern“, um das so auszudrücken, gehören Tennis- und Schwimmverband, aber auch die Sporthilfe ist nicht von schlechten Eltern, wobei beim Eissvmchnellaufen mitunter ein Ehemann-Coach a la Tom Herzog vorwegnimmt, was der PR-Betreuer dann auch vermeldet. Manchmal, wenn ich lese, was da ausgesendet wird, stelle ich mir die zumindest für mich berechtigte Frage: Glauben die auch wirklich, was sie schreiben oder reden? Oder halten sie sich eisern ans Prinzip: Wes Brot ich ess, weil ich aktuell kein anderes hab‘, also sing ich desen Lied(er)! Schließlich sitzt das Hemd ja immer noch weit näher als der Rock.
Ich will hier kein Nest beschmutzen, erinnere aber daran, wie der Einzug der übrigens meist in Deutschland beheimateten Tennisspielerin und Dreimalmeisterin Sinja Kraus in die Top 100 offiziell enthusiastisch bejubelt und sogleich die Erinnerung an 1999 mit einem Top 100-Trio wachgerufen wurde, ohne auf den eher bedauerlichen „Tatbestand“ hinzuweisen, dass die gefeierte Wiesbaden-Wienerin diesen historischen (Fort) Schritt mit einem fabelhaften 1:6, 0:6 gegen – nein, nein: nicht gegen Sabalenka, Rybakina oder Pegula, um einige Topstars zu nennen, sondern gegen die Ukrainerin Daria Snigur, 23, zelebrierte. Jene Snigur, die im Ranking um fast 40 Plätze hinter ihr rangiert. Und um den Faden weiterzuspinnen, darf man zwar hoffen, dass unser Junioren-Star Lilli Tagger unter Schiavone einen unaufhaltsamen Aufstieg vor sich hat, möchte aber im Rückblick der Ordnung halber erwähnen, dass Lilli Tagger bei zwei viertklassigen Turnieren in Österreich zweimal gegen eben diese Frau Kraus glatt verloren hat…
Nicht anders verhält es sich etwa im Schwimmverband, der einiger Topleistungen zum Trotz eines vor allem mit dem Computer verheirateten Sportdirektors und dem zum 7. Vize in Europa aufgestiegenen Präsidenten noch immer zähneknirschend die Politik(er) verdammt, dass sie weder im Süden noch im Westen dem Bau eines 50m-Hallen-Pools zugestimmt hat/haben, verloren aber leider auch kein Wort darüber, dass in ihrer wirklich tollen Regentschaft, mehr Bäder) auch in Westösterreich zugesperrt haben als geöffnet wurden – trotz Medaillen bei WM, EM und Weltcups, die zwar einerseits mehr als aller Ehren wert waren, sich aber bei genauerer Durchsicht als erstklassig ausgesuchte Goldmedaillen entpuppten wie jene über 4x100m-Lagen in Belgrad kurz vor Olympia, wo die Besten der Besten nicht dabei waren. Die Goldbuben, denen es vergönnt sei, wurden dann bei Olympia meines bescheidenen Wissens nach gerade Top 12 unter 16. Und so ist es auch bei der Besetzung von Auslandsmeetings, wo man vorher im Laptop schaut, wer vom Auslandstopleuten wo startet und dementsprechend dann die eigenen Nominierungen vornimmt, um mit dem einen oder anderen Podest die Medien-Leute hinters Licht zu führen. Prätext: Die kennen sich eh net aus, die fressen uns aus der Hand.



Melzer: Hall of Fame in der Stadthalle, Goldstaffel der Schwimmer und Mastermind des „Bären-Aufbindens“.
Faktum hingegen ist: Die aktuell besten Schwimm-Österreicher(innen) studieren entweder derzeit in den USA (Espernberger Olympiasechster, Mladenovic noch unter Salzburg-Trainern Triple-U23-Europameister und Langbahn-Medaillengewinner) oder müssen sich wie Heiko Gigler die Zeit und das Kilometerheld vom Mund absparen, um das Maximum aus seinem muskulösen Körper herauszuholen. Das aber wieder, das sei auch gesagt, wird vom Medien-Zampano des Verbandes offenbar übersehen, denn Gigler liegt im Europa-Ranking auf Kurzbahnen über 50m Kraul auf Platz 8 und über 100m Lagen (mit Mladenovic im Nacken) auf Rang 7. Österreichs vergleichsweise verwöhnte Skihelden würden da und dort froh sein, solche Rankings gegen komplette Weltklasse aus allen europäischen Ländern, voran Briten, Italiener, Ungarn, Deutsche, Spanier, auch wieder (Weiß) Russen und (im Westen lebende) Ukrainer vorweisen zu können…
Ich könnte dieses Rad weiter und weiter drehen, habe mich aber mit einem kurzen Ausschnitt begnügt, um den geneigten Blog-Leser mit für ihn großteils unbekannten Fakten nicht zu überfüttern und zu überfordern. Ob´s der neue Sport-Sektionschef, übrigens politisch nicht weit weg von den bei mir nicht namentlich angeführten Personen, überhaupt zu lesen bekommt oder erfährt, das weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass sein Bezug zur Musik und zur Rosenburg größer waren als jener zum heimischen Sportgeschehen. Hauptsache, der Babler wird´s schon richten….







