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Vom kleinen „Häferl“ Don Didi, das sich allerorten zur siegreichen Größe stilisiert hat

Fast hätte ich vor lauter Ski-Mania darauf vergessen, den Fußballtrainer der Stunde zu würdigen. Nein, nein, ich rede nicht vom Leisetreter Oliver Glasner, der mit Crystal Palace von der Pep-Truppe mit dem Wikinger-Doppelpack Haaland eine auf den Deckel bekommen hat, aber immer noch gut im Liga- und Europacuprennen liegt. Ich rede vom Lautsprecher Didi Kühbauer, der es sich eben deshalb mit vielen verscherzt hat. Wäre er nicht solch ein Emotionsbündel, das gerne ausflippt, dann würde auf den Burgenländer nur ein (auch literarischer) Satz zutreffen: Kleiner Mann, ganz groß!  Und beui aller in Ehren ergrauter Kleinheit zumindest der Größte, was seine Bilanzen betrifft als Wolfsberg-Cupsieger und alter, neuer  LASK-Erfolgsgarant.

Es entzieht sich meiner Kenntnis, wie es einst zum ebenso blitzartigen Lask-Abgang wie jetzt über Nacht zur Rückkehr zum Linzer Traditionsklub kam. Es scheint mir allerdings sekundär angesichts dessen, dass Don Didi den LASK als Vorletzten der Tabelle vor einigen Wochen übernahm, um jetzt als (unter ihm ungeschlagenem) Vize-Herbstmeister und sensationellem Titelanwärter (wie im Vorjahr mit WAC) zu überwintern. Acht Siege, wenn ich richtig gezählt habe, und ein nach 0:2 bei Hartberg noch erkämpftes 2:2 stehen da zu Buche, was ja fast an ehemalige, längst überkommene Salzburg-Sigesserien erinnert.

Don Didi, wie man ihn nennt, gehört ganz sicher nicht zur Sorte der Faserschmeichler, womit er mitunter zum besten Feind seiner selbst und vor allem seiner meist vorgesetzten Quereinsteiger-Funktionäre/Präsidenten wurde. Aber ich halte mich da an den Tiroler Teamspieler Alessandro Schöpf, der in seinem Kickerleben durch viele, auch und vor allem Legionärswässerchen geschwommen ist. Dieser Schöpf hat ungefragt gesagt, dass er nie zuvor einen besseren Trainer erlebt hat wie Kühbauer in Wolfsberg. Vor allem aber einen einfühlsamen ala den durch einige Schicksaalsschläge sensibilisierten Don Didi, der auf den ersten Kennerblick sieht, wer wo und warum seine Stärken und  Schwächen besitzt, also ein sicheres Gspür dafür hat, wen er wann und wie wo einsetzen muss, damit die Mannschaft möglichst viel Kapital daraus schlagen kann.

Wer sich die Didi-Bilanzen wo auch immer anschaut, der muss dem Tiroler Schöpf, der von unserer über deutsche Bundesligen bis zur Major League Soccer viel erlebt hat, jedenfalls recht geben – alles, was Recht ist! Rapid und seine immer lächerlichere, erfolglosere Klubführung sollten sich schuldbewusst an die Brust klopfen, dass sie diese kleine, streitbare Trainergröße mehr oder weniger verjagt haben, weil sie damals dachten, mit dem Rauswurf des vermeintlichen Unruhestifters sich einen Stein im Brett bei den Unparteiischen gesichert zu haben. Wie viel das alles dem im Nirwana dahin dümpelnden Rekordmeister a. D.  gekostet hat, soll sich der präsidiale Obermanager einmal ausrechnen, der inzwischen nach dem neuerloichen Flop gegen BW Linz höchstens einen Vrabec (auf Deutsch Spatz) in der Hand hält…    

 

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