Allgemein

(Überarbeitet) Vom Schindluder in der Ex-Sowjet-Eislaufwelt, dessen auch wir uns rühmen

Zwar gab es ein Podest (Babinsky) und noch einen Topplatz beim Lauberhorn-Super-G und gottlob keine vernichtende Niederlage beim ersten Weltcupsieg des Italieners Giovanni Franzoni, einem der besten Freunde des beim Sommertraining tödlich verunglückten namensähnlichen, talentierten Franzoso. Nein, nein, ich möchte mich heute mit  den Europameisterschaften im Eiskunstlaufen auseinandersetzen, die Jahrzehnte nach der Wende erst recht an einstige Sowjetmeisterschaften mit internationaler Beteiligung erinnern. Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen, wer da etwa in Paarlauf und Eistanz mit wem auf Medaillen- oder Qualifikationsplätze spitzt. Wer sich das zu Gemüte führt, der kann dazu höchstens lachen, weil es mitunter einem Treppenwitz gleicht.

Globalisierte Welt hin oder her, was da mit frisch und fröhlich, frank und frei gewechselten Reisepässen oder Verbandszugehörigkeiten am Schindluder unter den Augen der europäischen oder gar Weltföderationen betrieben wurde und wird, das geht auf keine Kuhhaut, wobei die Medien, um bei eben dieser zu bleiben, blinde oder gar künstlich euphorisierte Kuh bei eingekauften Erfolgen spielen. Wer zum Beispiel ist der Partner der entthronten Paarlauf-Europameisterin Minerva Hase, laut Suchmaschinen angeblich nicht verwandet mit deR ehemaligen Berliner Schwimmweltmezsrerin Dagmar Hase? Nikita Volodin, ein knapp zwei Meter großer Hüne, der aus St. Petersburg kam. Und wer hat die so mebebei deutschen Sportler des Jahres entthront? Geogier, die auch bei den Herren mit Nika Egadse die eng anliegenden Hosen anhatten vor zwei estnischen Brüdern, also auf gut Deutsch: Alles fest in der Hand ehemaliger Sowjet-Satelliten-Länder, die mittlerweile ja selbstständige Nationen sind, die Eislauftradition sozusagen geerb t haben.

Wenn dem so ist, dass sogar die sonst so patriotischen Ungarn nach goldenen Kufenflitzern aus China auf russische Kunstlaufqualität bauen, die immerhin Paarlaufbronze durch das unverkennbar Nicht-Mayar-Duo Pawlowa-Swiatschenko einbrachten, lassen swir uns bei diesem weltweitem Trend nicht lumpen. Uns Österreichern, einst Revue-Lieferanten mit Gold-und Medaillenmädchen und – Burschen wie Männern, ist mittlerweilen der Nachwuchs längst aus- oder demselben samt Eltern die Lust auf Eis mit Stil vergangen. Warum? Wei wir uns darauf spezialisiert haben, Lücken durch mehr oder weniger glücklose Importe zu schließen, also Vorspiegelung falscher Tatsachen. Was vor 54 Jahren noch zu hitzigen TV-Diskussionen geführt hatte, ob ´s statthaft wäre, eine talentierte Flüchtingstochter einzubürgern, ist inzwischen von Lautowa bis Mikutina, vom bayrischen Ellinger bis zu Zandron, 34, sogenantger Wahltiroler aus Italien, fast schon selbstverständlich.

Von höheren Sphären abgestürzt in Niederungen: Olga Mikutina, Wahltiroler aus Italien: Maurizio Zandron.

Dieses vordergründig praktizierte Prinzip, wonach alles gut ist, was vermeintlich nützt, hat binnen weniger Jahrzehnte ins Gegenteil umgeschlagen. Je länger die hochgejubelten Import-Hoffnungen im Lande oder inzwischen in ferneren Ländern mit Ösi-Pass gleichsam im Niemandsland dahindümpeln  – und  15. bzw. 19. Plätze in EM-Kurzprogrammen kann man so bezeichnen – desto mehr verbauen sie heimischen Kindern den Weg, weil knapp erreichte oder womöglich gar verpasste WM-Küren ganz sicher kein großes Animo fürdie Jugend darstellen, sich neben Schule und Hausaufgaben etwa um sechs Uhr früh oder späteren abends in die Kunst des Eislaufens zu knien. Da muss man der ehemaligen echten Wienerin Kerstin Frank, mitterweile gute TV-Co-Kommentatorin, durchaus Abbitte leisten, denn abgesehen von Anfangs-Erfolgen des inzwischen offenbar wieder ausgewanderten, immer mehr schwächelnden Ukraine-Imports Olga M. hat sie es immerhin auch bis an die WM-Top20 geschafft. Von Medaillen a la russichen Ungarn, Deutschen oder aus sonstiger Herren Länder können unsere Import-Hasen und Häschen nur träumen….    

Zum Kommentieren hier klicken

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Meist gelesen

To Top

Diese Webseite verwendet Cookies, um Ihnen ein angenehmeres Surfen zu ermöglichen