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Vom Zutodebetrübt zu Himmelhochjauchzend – Hollywood ließ uns grüßen und überleben

Hollywood! Jawohl, Hollywood hätte kein besseres Drehbuch schreiben können. Da hat er recht, unser deutscher Teamchef, wenn er das, was sich in den letten 90 Sekunden im Duell mitAlgerien abspielte, so nennt. Unbeschreiblich. Einzigartig bei einer WM-Endrunde. Peripetie mal zwei. Österreich bei 2:3 out, Sekunden später, als Algerien gedanklich noch feierte,  mit 3:3 wieder drin. Zu Tode betrübt. Himmelhochjauchzend. Dem WM-Tod von der Schaufel gesprungen dank einer Kopfballstafette, die der Zweimetermann Kalajdzic erfolgreich abschloss. Und damit das Wunschresultat beider Teams sicherte. Auch ein Unentschieden ist, wie schon der geniale Helmut Qualtinger (mit dem kongenialen Carl Merz) in den Kabarettzeiten der 60er-Jahre empfand, ein Sieg für Österreich. Recht hat er gehabt, ohne zu ahnen, wofür…

Ehe sich die  Ereignisse im finalen Drama überstürzten, schien es, als würde sich Gijon 1982 wiederholen mt einem Nichtangriffspakt wie ehedem, bei dem der Ball im Schneckentempo, wenn nicht aus  dem Stand, hin- und hergeschoben wurde, bis  – ja, bis dem früheren Manchester-City-Star Mahrez die Erinnerung an die Schande von damals so zu packen schien, er nach einem Traumpass  ins sogenannte Loch lief, um das 3:2 zu erzielen. Es schien, als wäre den Algeriern die Revanche für die Absprache mit den Deutschen vor 44 Jahren geglückt, als sich die Rangnick-Elf schon zu sehr in Sicherheit wog. Zu früh gefreut, nordafrikanische Löwen, weil zwar von Teamchef über Fans bis zu den TV-Kommentatoren („Wahnsinn, Wahnsinn, was da passiert ist!“) alle außer sich waren über das vermeintliche WM-Aus, ehe Kalajdzic als letzte Tauschoption und allerletzte Chance seine Größe zum wichtigsten Tor seiner von Kreuzbandrisse unterbrochenen Karriere nützte,.

Happy End mit Träne im Knopfloch, weil es ja am Donnerstag gegen den Europameister Spanien geht, der bisher zweimal enttäuscht und einmal phasenweise gezeigt hat, was er drauf hat mit seinem Barca-Jungstar Lamine Yamal, einem Unterschiedspieler wie Messi, Rionaldo, Kane und Co, nur bis zu 20 Jahre jünger. Ein elitärer Kreis, zu dem keiner unserer Spieler gehört; Weshalb es am Teamwork liegt, dies zu kompensieren. Und mit einer um Eckhuser besseren Leistung als gegen Algerien, was ja auch der Glücksritter-Teamchef gestand, als er bekannte: „Es ist noch viel Luft nach oben!“

Das aber, mit Verlaub, galt auch schon für die meisten aller Testspiele im Countdown zur WM, wo wir erstmals seit 1982 eine Vorrunde mit mehr Glück als Verstand überlebt haben. Mit der Einschränkung, dass es bei einer auf 48 Teams aufgeblähten WM-Endrunde gelungen ist und nicht in solchen von früher wie etwa 1978 in Argentinien gegen Schweden, Spanien und Brasilien. Daran sei erinnert, um den erzitterten Aufstieg zu relativieren, so schön uns das Hollywood auch geschrieben hat… 

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