Fussball

Von Bielefeld, eigenen Cupgesetzen und Pokal als Spielwiese für Kleinere

Es ist mehr als eine Floskel, auch wenn sie nur hin und wieder mit einem Anstrich des Sensationellen eintrifft: Der Cup hat eigene Gesetze! Hätte es des Beweises bedurft, dann hat ihn gestern Abend der deutsche Drittdivisionär Arminia Bielefeld auf seiner „Alm“ geliefert, indem er den Pokalverteidiger und Meister Bayer 04 Leverkusen mit einem verdienten 2:1 aus dem Bewerb warf, um mit den euphorischen Fans zu jubeln: Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin (zum Finale)!

Ja, wie gibt´s so etwas, besser: wie kann´s so was geben, wenn man die Kader und Spieler beider Klubs durchforstet? Beides gesehen, kein Vergleich! Und trotzdem haben die Drittklassler als vermeintlich arme Schlucker der nicht mehr ganz so meisterlichen Millionen-Pharmatruppe mit ihrem hochgehandelten Trainer eine bittere Pille verpasst, die sie erst schlucken und verdauen müssen.

Xabi Alonso, der allseits begehrte Meistermacher, teilt ein Cup-Schicksal, das auch hierzulande große, prominente Namen erlebt hatten, schlag nach beim „Wötmasta“ Ernst  Happel und Krems oder bei Goleador Hans Krankl und Stockerau, um zwei Beispiele zu nennen. Die damaligen Sensationssieger aber sind längst im Niemandsland des heimischen Fußballs verschwunden. Die neuen internationalen Anforderungen haben die Riesentöter umgebracht…

Die sprichwörtlichen eigenen Gesetze, die zum Cup gehören wie das Amen im Gebet, sind auf einen Punkt, sprich: einen Tag und ein Duell beschränkt, in dem der Kleinere dem Größeren durch forsche Respektlosigkeit die Schneid derart abkauft  dass er selbst nicht mehr ins Spiel findet. Auch wenn das ein Aspekt der Überraschungen im Pokal ist, auch wenn er da und dort die große (Verdienst) Chance bietet, international dabei zu sein, so hat er für die Top-Klubs, die sowieso in der Millionenliga spielen, über Prestige und ideellen Wert hinaus im Laufe der Jahre an Bedeutung verloren, da braucht man sich nichts vorzumachen.

Nicht zuletzt auch deshalb, weil er Kraft und Substanz kostet, die eher un- bzw. unterbewusst gespart werden, weil man sie für wichtigere Ziele, Siege und  Meistertitel benötigt. Alles andere ist ein ebensolches Märchen wie Cupsensationen a la Bielefeld, die sich als märchenhafte Cinderella-Storys bestens verkaufen lassen. 

Zum Kommentieren hier klicken

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Meist gelesen

To Top

Diese Webseite verwendet Cookies, um Ihnen ein angenehmeres Surfen zu ermöglichen