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Von Darts, kleinen Pfeilen, vorlauten Tönen und lachhaftem Tennisduell der Geschlechter

 

Bevor es bei den Slalomdamen am Semmering und den Schanzenadlern in Oberstdorf, nebstbei auch in Toblach (Tour de Ski), ernst wurd heute nachmittags, mlchte ich mich nich mit einer Sportart beschäftigen, die mehr mit ub-Atmsphäre, Gegröle und Absurditäten zu tun  hat, aber via Fernsehen und damit auch allen anderen Medien zu einer (D) Art von Volkssportklassiker enfrwickelt hat. In der Tat ist´s ja nun  wirklich abenteuerlich, welch Theater um Darts gemacht wird, das Pfeilchen-Werfen auf Punkteziele, also so etwas Anmäuerln, aber als Wurfgeschoß. Zum Fitschigogerln ist´s da nicht mehr so weit. Kommt Zeit, kommt auch das noch ins Fernsehen, Debvise: Kostet nichts, lässt sich aber verkaufen.

Das scheint der neue Standard zu sein,  dem auch diese angebliche Qualitöätszeitung ihren Tribut zollte angesichts der in London derzeit stattfindenden Weltmeisterschaften – mit einer ganzen Seite über dieses „sportliche“ Phänomen im Allgemeinen und den rotweißroten Beitrag im Besonderen, den 58-jährigen Mensur Suljovoic, der in sich in seiner voluminösen Mannesstäre sogar – zwischen Scherz und Ernst – dazu verstiegen hatte, den dreimal so jungen Titelverteidiger Littler, auch ein Schwergewicht, im Drittrundenduell von der Bühne zu stoßen, also zu entthronen. Post festum hat sich Suljovic als Maulheld entlarvt, weil er inzwischen schon out und heute wohl schon auf dem Weg heim ins Österreich ist. Die Niederlage fiel deftig aus mit 0:4 (0:3, 0:3, 2:3, 1:3) und gerade drei „Legs“, also so was wie Games im Tennis, was einem 0:4, 0:4, 2:4, 1:4 nach dem erweiterten Zähl-Modus der Next-Generation  entspricht.

Und wenn wir schon bei skurrillen „Duellen“ und bei Tennis-Vergleichen sind, dann gehört natürlich auch der von ganz normalen TV-Sendern nicht übertragene Kampf der Geschlechter („Batrle of te Sexes“) zwischen Aryna Sabalenka, Nr,. 1 im Damentennis, und dem vom Wunderknaben und Wiubledonfinalisten  bis auf Nr. 627 abgerutschten, ständig verletzten, nicht für Turniere spielfähigen  Greco-Aborigines-Australier Nick Kyrgios, in Dubai dazu. Eine mickrige Neuauflage der Duelle zwischen dem Ende der 70er damals auch schon knapp 60jährigen Bobby Riggs und der noch  jungen Billie Jean King, die eines von mehreren Duellen gewann, um sich fortan zur Edel- und Vorzeige-Emanze zu stilisieren. Zur Millenniumswende machte der deutsche Kettenraucher Karsten Braasch, um die Nr. 150 im Ranking, kurzen Prozess mit dem Williams-Sister-Act Venus und Serena, der nacheinander so glatt besiegt wurde wie Suljocic von Littler.

Früher hieß es beim (russischen, eigentlich sowjetischen Staats) Zirkus Artisten, Tiere, Attraktionen. Heutzutage lautet das Motto: Sensationen, Skurrilitäten, Schlagzeilen, Seherfreqenz, wobei künftig auch Tiere dabei sein könntern. Wer weiß, vielleicht heißt das abgewandelte Sprichwirt dfann  nicht mehr: Gib dem Affen Zucker, sondern reich ihnm einen Schläger, einen Pfeil oder was sonst immer zum Duell der Duelle zwischen Mensch und Menschenaffe.  Wer die bedenkliche Entwicklung auch und gerade auf dem Mediensektor, der schließt inzwischen nichts mehr aus, sondern hält alles, was grundsätzlich als undenkbar galt, durchaus für möglich. Möglichst absurd, möglichst skurril, mäglichst verrückt muss es nur sein, damit Sensationslust befriedigt und Rekordgier gestillt werden können. Nur zu hoffem, dass diese perverse Medienrevolution irgendwann ihre eigenen Kinder frisst…

 

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