Österreich ist Weltmeister! Nicht nur im Tischfußball, genannt „wuzzeln“, bei dem schnelles Drehen an den richtigen Schrauben ganz wichtig ist, dass man keinen „Schraub´n“ kassiert. Aber auch im Verdrehen sind wird ganz vorn dabei, wenn nicht die Nummer 1. Es ist zwar schon länger her und wir musstendarum auch länger darauf warten, bis uns von obersten Stellen suggeriert wird, dass wir ja, wie die Zahlen beweisen, bei dieser tollen XXL-WM sozusagen stellvertretende Finalisten waren, weil wir nur gegen den Titelverteidiger Argentinien (und Messi, der nach unserem Teamchef gar nicht hätte spielen dürfen) mit 0:2 und gegen Europameister Spanien mit 0:3, macht allerdings 0:5, verloren haben Dass es auch sonst nur einmal was zu gewinnen gab gegen ein Team wie Jordanien, vom dem wir vordem kaum wussten, dass es das im Fußball gibt. Ja, die Wüstensöhne der bescheidenen Art haben wir besiegt und der Arnie hat beim echt schwierigen Spielstand von 2:1 im der 95. Minute noch einen Elfer so nonchalant, wie er als Jolly Joker ist, verwandelt. Wenn das kein spezielles Ehrenzeichen oder gar Politfunktion wert ist, was dann?

Aber das gilt ja nicht nur für den Fußball und die größte WM aller Zeiten, sodern für fast jeden Verband, jede Organisation und jede Veranstaltung in unserem schönen Lande: Schlag nach bei den Schwimmern, die mit der Ausnahme Christian Giefing und zwei, drei anderen halbwegs brsauchbaren Ergebnisse in der Homepage für Nachwuchsrekorde abgefeiert werden, die die meisten Athleten in einem Alter aufgestellt haben, in dem Schwimmer: Innen anderer Nationen schon Weltrekorde fixieren. Oder beim ORF, der uns vom Montag bis Freitag FIT MIT DEN STARS präsentiert, uns aber dann so berühmte Sternchen wie die zudem schwangere Profitänzerin Conny Kreuter oder aber eine Frau Kamper, wohl (Ur) Enkelin eines Speedwaycracks, schamlos vorsetzt statt einer offenbar ins zweite Glied verdrängten Doppelweltmeisterin wie Lizz Görgl samt unser aller Goldi Goldberger, die so gut wie nie mehr vorkommen dank ORF-Inventaren.
Ja, und dann haben wir auch noch das einst legendäre Kitzbühel-Turnier, zu dem etwa der Rekordsieger Guillermo Vilas mit seiner damaligen royalen Freundin, Prinzessin Caroline von Monaco, per Helikopter zum Schloss Lebenberg eingeflogen wurde. Oder ein Pete Sampras die Olympiaprobe in der Gamsstadt gewann. Oder es 1985 eine Polsterschlacht um Bobele Becker gab, weil der damalige deutsche Wunderknabe nach Temperatursturz gegen Nobody Diego Perez (Nr. 99) den sandigen Offmbarungseid leistete.
Und jetzt? Jetzt verkauft man uns nach Cobolli-Absage den kasachischen Titelverteidiger Bublik als Showman, bei dem bestenfalls sein einbeiniger Stützstrumpf als Objekt der Neugier dient, der aber sonst wie Buster Keaton aus Stummfilmzeiten eher in den Keller lachen geht. Auch darüber kann gelacht eerden, wär´s nicht zum Weinen. Früher kam seit 1973 auch unsereins nach Kitzbühel, wo sich echte und nicht nur bullige Prominenz drängelte. Morgen ist hingegen Zeit, einem nur für den zweiten Generalsponsor zur Generali abgesunkenen Provinz-Turnier den Rücken zu kehren.
