Da ich keinen Canal+-Vertrag hatte, konnte ich im Champions-League-Play-off allerdings das 0:3 des Lask im Celtic-Paradise von Glasgow nicht live sehen, sondern war angewiesen darauf, was mir Augenzeugen berichtet haben – oder auf Statistiken, die nicht nur überraschen, sondern zumindest einen Funken an Hoffnung für das Rückspiel in Linz geben. Wer zwar weniger Ballbesitz hat, dafür aber mit insgesamt 19 an der Zahl mehr Torschüsse (ohne Treffer) abgegeben hat als die Platzhirschen, die dafür dreimal ins Schwarze trafen, der darf zumindest hoffen, dass sich daheim Spielrausch und Sturmlauf mit Schussglück verbünden, die das unmöglich Scheinende doch noch möglich macht …


Man muss nur die Postings in den Medienportalen checken, um zu sehen, dass da wie ehedem bei LASK-Trainer Didi Kühbauer zwei Meinungen aufeinanderprallen – da die unverbesserlichen Optimisten, dort die notorischen Nörgler, die sogar finden, dass es trotz finanzieller Verluste besser für den LASK wäre, in der Europa League zu spielen statt in der Königsklasse, in der er nur ein sportlicher Bettler wäre. Klassischer Fall von einem Glas, das einerseits halb voll, andererseits halb leer ist. Wobei man bei Durchsicht der Zahlen und Fakten natürlich zugebeb muss, dass heimische Klubs mit und in der Champions League summa summarum schlechte Erfahrungen gemacht haben, die Salzburger seit dem vermeintlichem Höhenflug bei Benfica Lissabon auch die eine oder andere schmerzhafte Watschen verabreicht bekam. Nicht zuletzt trotz einer Multi-Kulti-Starlet-Truppe der schwachbrüstigen „Dorf-Liga“ wegen.
Womit wir wie vor 50 Jahren bei einem gewissen Doktor Heinz Gerö sind, damals im Hockey wie im Fußball daheim, zudem Anwalt der Kräftekonzentration. Er und mediale Mitstreiter wie Kuhn, Zimmer und Kollegen setzten damals mit der Zehnerkiga eine Reform durch, die zu den WM-Highlights von 1978 und auch noch 1982 führte, ehe neue Regeln zu immer mehr Transfers heimischer Top-Kicker ins usland führten. Damals standen erst die Austria, dann Rapid, später nochmals Rapid und Salzburg in (leider verlorenen) Endspielen europäischer Cupbewerbe, begleitet von zwei WM-Qualifikationen des Nationalteams (1990, 198).
Bei allem Respekt vor den privaten Gönnern oder parapolitischen Sponsoren, die ganz schön viel Geld in Kleinstadtvereine stecken – zumidest zwei der schönsten Euro-Stadien gähnen vor Leere, vor allem dann, wenn die in Innsbruck wie in Klagenfurt ungeliebten Dorfklubs (Swarovski) Wattens und (Pellets-Riegler) Wolfsberg dort spielen. Davon, dass zwei Vorarlberger Klubs ga z oben und zwei weitere in der 2, Liga spielen, ganz zu schweigen. Statt Kräfte zu bündeln, splittern sie sich samt der Gelder, die man für die oberste Bundesliga braucht, nicht nur auf, sondern nehmen sie sich gegenseitig weg. Wo sind da die sonst so fortschrittlichen Geister, die zwar gegen Trump und Infantino die Stimme erheben (wolllen), deren Fortschrittsgeist aber beim neuen ÖFB-Campus endet. Ob wir dadurch Weltklasse auf Vereinsrbene werden, steht eher auf einem anderen Blatt.
