Könnte sein, dass ich mir, wie man so schön ohne Nachdenken sagt, einen Schiefer mit meinen Betrachtungen einziehe. Dabei meine ich in erster Linie nicht die Live-Übertragungen von der Super Bowl, die ja für die Amerikaner oder aber typisch analog: All the way USA als Weltmeisterschaft schlechthin bezeichnet wird, obschon diese Form des Handball-Footballs abseits der Vereinigten Staaten in vereinter Einigkeit so gut wie nirgends professionell auf der Welt gespielt wird.
Nichtsdesotrotz ist es dank perfekter PR zum Mega-Event stilisiert worden, das in erster Linie dazu dient, mit einem Milliardengewinn aus Commercials (eine Sekunde mehr als eine Million Dollar) via Halbzeit-Showstars auch Politbotschaften zu versenden. Die Millionen für geneigte Trump-Gegner, die früher beim Donald antichambrierten, um in der Trump-TV-Show „The Apprentice“ auftreten und dabei noch um gute Gagen bezahlte Gratiswerbung in eigener Sache machen zu dürfen, kostet der NFL und Networks nur ein Schnäppchen. Auch die, die ab Mitternacht die Türen für die Football-Freaks öffneten, mögen auf ihre Rechnung gekommen sein, wenn´s kein Mitternachtsspuk war – hoffentlich …
Ich spreche davon, dass im aktuellen Zeitalter des Gender-Wahnsinns auch der, wenn möglch, gemeinsame Teamgedanke höher gehalten wird als die grundlegende Idee des Barons de Coubertin, für den sich der Olympische Geist der Neuzeitspiele zunächst auf einzeln Herren beschränkte, erst später auch auf Einzel-Sportlerinnen ausgedehnt wurde, weil ja schließlich auch bei den alten Griechen in Olympia nur die Individualisten gegeneinander kämpften, ob aus Sparta, Athen oder Korinth, die sich als Garnisonen nur in hellenischen Kriegen oder aber, zwangweise vereint, als Heer gegen die Perser in den Kampf warfen. Uns kann diese schneesportliche Nivellierung nur recht sein, schließich hat der olympisch medaillenlose Vincent Kriechmayr jetzt dank Feller, noch dazu ex aequo mit dem wieder vom neuen Doppel-Olympioniken Franjo von Allmen besiegten Silberschmied Odi, endlich seine erste Olympiamedaille.


Wie ich angekündigt hatte, wird die derzeit nach zwei OP´s in der Intensivstation von Treviso behandelte Lindsey Vonn natürlich ein Thema bleiben, dafür sorgen schon die PR-Bulletins wie jenes von ihrem bulligen Privat-Trainer Aksel Lund Svindal, der uns allen Ernstes und bei allem Respekt vor der Härte der immer wieder vom Schicksal geprügelten Frau Vonn wissen hat lassen, „dass Lindsey nach Sturz und Behandlung vor Ort zuerst an Breezy Johnson, der sie schon zu toller Fahrt und Gold gratulierte, gedacht hat…“ Dass da andere wie Goggia noch gar nicht gestartet waren, sei so nebenbei erwähnt. Aber Svindal meinte, dieser Großmut im Schmerz beweise, was für eine Sportsfrau nicht die Lindsey wäre. Wenn das die Bild-Zeitung schon gewusst hätte, dann hätte sie das in ihrem ganzseitigem Vonn-Bericht eingebaut. Wetten dass …
Eine andere Bild-Seite setzte die inzwischen auch schon geschrumpfte Millionen-Leserschaft über die Trümpfe – oder soll man sagen Sümpfe – der erfolgreicheren Skispringer insofern ins rechte Bild, als sie die seit Willingen bekannte Geschichte über „Zipfel-Hauben“ aufwärmte. Zipfelhauben, wie wo was und warum? Es geht bei dieser These des Schwindels nicht ums Material, sondern den Mann oder besser: das männliche Glied, das in welcher Form oder Richtung auch immer mit einem Klebeband so fest an den Körper gepresst wird, dass es angeblich zu mehr Aerodynamik oder Auftrieb verhelfen soll. Interessant.
Ja, Gelegenheit macht Diebe und Eerfolgssucht formt die tollsten Ideen. Was aber, so frag ich mich als Normaverbraucher, machen wir dann bei den Damen, die ja bekanntlich, wenn sie nicht Drag Queens oder spät umoperierte Zehnkampf-Olympiasieger sind wie Kardashian-Stiefpapa Bruce Jenner, mit den Damen dieser interessanten Schöpfung. Die Werbe-Gurus reiben sich schon die Finger, wie man dieses Geschäft um Zipfelhauben ausweitet. Es ist Bild-haft, lachen sie nicht, eine Marktlücke, die da weit über Olympia hinaus entdeckt wurde.







