Fussball

Weiß Rangnick-Kritiker Carragher, was Ernst Happel aus seiner Doppelrolle machte?

Wie schon vor einigen Tagen geschrieben, war ja zu erwarten gewesen, dass vor allem heimische Trainer die Bestellung von Ralf Rangnick nicht nur kritisieren, sondern auch die Doppelfunktion von Teamchef da und Manchester-United-Berater dort ins Visier nehmen. Und da wie immer wieder betont Bad News neuerdings die besten Good News sind in und für (vor allem die sozialen) Medien, wird jetzt auch jede Auslandsstimme – und wenn´s nur der Furz von halblinks ist – an die große Glocke gehängt. Aber noch viel besser und Wasser auf manch eines Mühlen natürlich, wenn ein prominenter Brite wie Jamie Carragher seine Stimme erhebt, um über Rangnick herzuziehen.

Von einem Blödsinn hat er gar in einem wohl eigens von und für den britischen Sky-Sender organisierten Interview gesprochen, dass man dem offenbar ziemlich unbeliebten deutschen Mastermind als „Teilzeit-Nebenjob“ erlaubt habe, als österreichischer Teamchef auch Berater der Red Devils zu bleiben. Ganz so, als würde ihn ein Amt so in Anspruch nehmen, dass das zweite dabei viel zu kurz kommen würde. Darauf kann ich in einer Michl-Kuhn-Anleihe nur verwundert fragen: Ja, glaubt er das wirklich – allen Ernstes!“

Wobei wir mit dem Wörtchen Ernst ebendort sind, wo ein Musterbeispiel der Vergangenheit gelehrt hat, dass man das eine wie das andere sehr wohl auf einen Nenner und unter einen Hut bringen kann. Was und wen ich dabei meine? Ernst Happel, wen denn sonst! Ja, der erfolgreichste Meistermacher Österreichs, der schon als Rapid-, Team- und Racing-Paris-Spieler zum „Wötmasta“ erklärt worden war, ist mit seiner Zweigleisigkeit fantastisch gefahren! 

Happel war damals nicht nur Berater, sondern Trainer des FC Brügge in Belgien, den er (samt Verteidiger Edi Krieger) ins Europacupfinale (gegen Liverpool in Wembley, 0:1 mit halber Reserve) geführt hat – und zur gleichen Zeit betreute er als „Bonds-Coach“ das Team der Holländer, das im WM-Finale 1978 erst in der Verlängerung gegen Gastgeber Argentinien mit 1:3 verlor- Hätte Anderlecht-Legionär Rensenbrink in der 90.Minute allerdings ins Tor und nicht nur die Stange getroffen, dann wäre der „Wötmasta“ trotz der für Carragher unvereinbaren Doppelfunktion tatsächlich Weltmeister geworden.

Ernst Happel in seinen Erfolgsjahren als Meistermacher, Europacupfinalist mit Brügge und WM-Finalist mit Holland.

Heutzutage, da uns aus aller Welt die TV-Bilder wie bei einem Lokalaugenschein frei Haus geliefert werden, ist´s wohl noch viel leichter, sich Bilder von der aktuellen Form der Teamkandidaten zu machen. Welch Potenzial sie haben und ob eben dieses gut genug ist für den totalen Fußball, den lange vor RedBull und Rangnick schon Happel hat spielen lassen, steht auf einem anderen Blatt und sicher im Notizblock des Teamchefs. Manch einem der so laut und doch so durchschaubar gegen die Bestellung des Deutschen zum ÖFB-Teamchef opponiert, kann man nur den legendären Kreisky-Sager ins Stammbuch schreiben: Lernen Sie (Fußball-) Geschichte!

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