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Wenn mit Erinnerung an Maier-Mania ein Werbe-Klamauk als großer Sport verkauft wird

Der ORF wurde nicht müde, die heutige Hermann-Maier-Challenge in Flachau seit Tagen zu bewerben, als wär´s mehr als nur der Vorschuss auf den morgigen Flutlicht-Slalom der Damen mit Shiffrin gegen Rast und dem von Truppe angeführten Rest, sondern sozusagen schin der Coutdown zu Streif und co., wonbei mittlerweile ja von der Weißwurstparety abseits Kitz in Going bis zur Gala-Nacht alles wichtiger zu sein scheint als der Skirennlauf. Ja, wenn  er Herminator ruft, dann kommt – so der Original-Teletext – das Who is Who des Skilaufes in die Flachau, die sich ja so nebenbei einiges kosten lässt, mit dem größten Sohn ihrer Region im Fernsehen auch um Touristennstriim zu werben. Manus manum lavat, auf Deutsch: Eine Hand wäscht die andere. Ein mehr als 2000 Jahre altes Gesetz, immer noch gültig.

Immer mehr greift das oft höchst billige, von TV-Kommentatoren als Weltereignis verkauftes schlechteres Bauerntheater als Entertainment so um sich, dass es den Leistungssport verdrängt. Und jetzt, da uns das Regiment im Alpinrennlauf von den Neidgenossen entzogen wurde, plakatieren wir die Maier-Challenge unter den rasend spannenden Titel Österreich gegen Schweiz mit allen  Stars, di man kennt oder kennenlernen kann vom Kaiser Franz Klammer (72) gegen seinen und Schranz-Gegner Bernhard Russi, der mit seinen 77 Jahren zwar geistig hellwach, aber trotzdem nicht mehr taufrisch ist. Frag mich nur, ob der an sich sympathische Anton von Tirol, derzeit wieder groß im musikalischen Geschäft, sich die Ski anschnallt und dabei, natürlich auch Lob für diese soziale Ader des Salto Immortale von Nagano 98 inbegriffen, auch noch zum  Mikrophon greift. Ich frage das nur, weil man bei solchen Events so gut wie kein Fettnäpfchen auslässt, es zugleich aber witzig findet. Eher Seitenblicke hoch 5 als sportliches Rampenlicht. 

Selbstredend steht es einem derart verdienstvollen, wenn auch in seiner ganzen Mannesform mit Ecken und Kanten versehenen Herminator zu, mit Hilfe von TV-Professionisten als sich selbst rar machenden Star aller Stars ausnahmsweise das Programm selbst zu basteln. Verständlich, dass nicht nur der Heimatort Flachau, die schwierige, allerdings total entschärfte Maier-Piste, die wieder entdeckten Atomi-Ski, die Krone medialer Schöpfung und natürlich das schwarzgelbe Giebelkreuz so oft wie nur möglich angesprochen und in den Mittelpunkt gestellt werden.

Angesichts dessen aber, dass wir Österreicher langsam Gefahr laufen, in die Rolle von Alpinstatisten zu schlüpfen statt Idole a la einem Herminator, Klammer, Schranz, Annemarie, Petra, Golden Girls oder Anna zu produzieren, hätte ich mir eine Präsentation unserer Nachwuchsleute im ganz jungen bis zum älteren Teenageralter im Duell mit der Schweiz oder  anderen gewünscht, wobei der einst grandiose Herminator auch seine Kinder und die seiner einstigen Teamkollegen a la Laura Pranger und Co. auf die piste zu schicken, damit es ins Sportprogramm passt und nicht ins Kasperltheater, das ja frühmorgens die Kleinsten anzieht. Und Kinder- und Jugend-Duelle a la Größere gegen Kleinere könnten auch Publikumsknüller sein ..

PS: Abgesehen davon, dass die Sxchweoiz auch in der Klamaukversion siegte, weil Schlussmann Thomas Muster, nicht nur Tennis-Gladiator i. R., sondern auch von Kindesbeinen an versierter Skiläufer, einen fatalen Torfehler beging, beiben immerhin 30.000 Euro für einen guten Zweck auf der Habenseite des TV-Events.  

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