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Wenn (Spitzen)-Sport mit dem neuen Sektionschef in den Würgegriff der Parteipolitik gerät

Gut und schön, die echte Weihnachtszeit ist vorbei, aber fröhlicher als an diesem 27. Dezember könnte sie aus patriotischer Perspektive mit einem Doppelpack an Skisiegen durch die beiden Kreuzband- Geschädigten, den Blacky und die zauberharte Julia, nicht sein. Ja, freuet Euch, freuet Euch so wie über die WM-Qualifikation gegen besseres Mittelmaß an Gegnern. Tu felix Austria bist, wenn es wo Erfolge gibt, verheiratet mit Jubelstürmen und Freudentaumel geztreu Deiner barocken Seele, der das gut tut, nicht wahr.

Je lauter, umso besser, denn hinter dieser rotweißroten Kulisse lässt es sich wunderschön schmaucheln und mauscheln, was unsere Sportpolitik betrifft, die sich mittlerweile mit dem vom unsportlichen Vizekanzler offiziell geführten Sprtministerium als von den Medien wie der breiten Öffentlichkeit weitgehend ignoriertes parteipolitisches Instrument erster Klasse entpuppt – sofern man sich die Mühe macht, in einer roten Suppe zu rühren, die ganz schön scharf gedwürzt ist.

Interessierte Blog-Leser werden sich vielleicht an die Story vom Schnweeweißchen und Rosenrot erinnern, in der ich mich mit der von der Askö kommenden Sportstaatssekretärin Michaela Schmidt ebenso auseinandergesetzt hab wie mit der eher nicht ganz so sport-affinen Frau Schneeweiß, zuständig für Kultur- und Sportförderungen. Zu zweit  stelten beide im Gleichschritt den von den meisten Spitzeensportlern wegen Fachwissens hochgeschätzten Sektionsschef  PhilippTrattner, Enkel der einstigen Skikanone Dr. Anneliese Schuh-Proxauf, als „Blaulicht“ ins dunkle Abseits irgendeines eines Beamtenkammerls im Ministerium. Jetzt kann ich Ihnen sagen, dass Schneeweißchen schon wieder Geschichte ist, abgelöst durch eine noch viel abenteuerliche Personal-Story, die man sich zum einen auf der Zunge zergehen lassen kann, von der aber alle nicht parteipolitisch zum Schweigen verdammten, heimischen Spitzensportler mit einem Aufschrei verhindern sollten, dass sie bis Februar kommenden Jahres in die Tat ungesetzt wird. Auch wenn´s, schau nach bei Rapid, verdammt schwer ist, den Roten einen rauszuschießen….

Marcel Chahrour, Kurzportrait

Marcel Chahrour studierte Geschichte an der Universität Wien. Seine Forschungsinteressen liegen im Bereich der Medizingeschichte, der österreichischen Geschichte und der Geschichte der Beziehungen der Habsburgermonarchie mit dem Osmanischen Reich. Langjährige, ehrenamtliche Tätigkeit in der lokalgeschichtlichen Forschung mit vielen kleineren und größeren Projekten zur Geschichte des Umlandes von Wien, dabei nie nachlassendes Interesse an der Beziehungsgeschichte der österreichischen Medizin mit dem Osmanischen Reich. Chahrour arbeitet als Kulturvermittler, in der Ausstellungsgestaltung sowie in der Erwachsenenbildung. Seit 2018 ist er Leiter der Kulturvermittlung im österreichischen Ausstellungszentrum Schallaburg. Seit 2019 auch koordinierender Redakteur des österreichischen Geschichtsmagazins „Edition Geschichte“ der „Niederösterreichischen Nachrichten“. Unter den Sportministern Darabos und Klug war er auch im Bereich Breitensport einige Zeit tätig.

Offensichtlich nach dem Wien-Stadtrat-Hacker-Muster (seine rechte Hand ist die ehemalige VSSTÖ-Chefin mit marokkanischern Wurzeln) wurde von der seit kurzem umtriebigen Staatsekretärin Michaela ein Marcel als neuer Sport-Sektionschef aus dem Hut gezaubert, dessen Nähe zum legendären Prawy, Musik und Kunst größer ist denn zum Sport, was der Eintragung leicht zu entnehmen ist. Bei besagtem Marcel, SPÖ-Gemeinderat in Kirchstetten, NÖ, nebenbei Heimat der Sensations-Rad-Olympiasiegerin Anna Kiesenhofer, handelt es sich um einen  gewissen Dr. Marcel Chahrour, dessen Namen zwar (politische) Insider kennen mögen, der aber in der Sportszene selbst so gu wie unbekannt ist. Immerhin hat er als treuer Diener schon bei Darabos einige Zeit irgendwo im Ministerium verbracht.

Ich finde es über politische Interessen hinaus  als einen echten Affront gegenüber der Sportelite des Landes, dass deren Wohl und Wehe womöglich vom Urteil eines Quereinsteigers abhängt, von dem die meisten gar nicht wissen, wie er heißt oder wie man ihn ausspricht. Aber so kommt´s, wenn sich eine noch dazu im Abwärtsstrudel bis fast hin zum freien  Fall befindiche (sozialdemokratische) Partei den Sport unter den Nagel reißt, mit dem man dann, wenn es was zum Feiern gibt, auf Stimmenfang gehen kann, und wenn nichts zu holen wie zu  feiern ist, den Mantel des Schweigens darüber breitet. Wenn Sie mich fragen, dann ist diese Form von wahrlich parteiischer Personalpolitik ein Skandal, der zum Himmel schreit und stinkt…         

 

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