Fussball

Eröffnung pompöser WM mit mehr Kleinhäuslern als Großmächten

Morgen geht´s los mit der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in Amerika, aber noch nicht in den USA, immerhin jedoch mit US-Präsident Trump als umstrittener zur notabene halbkommunistischen Mexico-Chefin. The Donald, neuerdings als von der FIFA und deren Präsidenten dekorierter Soccer-Fanatiker, was vor und über die WM hinaus sicher auch mit Freund Infantino, auch mit dem mitteleuropäischen, sportlich (zumindest mit Ivana (+) angehauchten Ehefrauen aus dem Tschechischen Zlin (Sportstudium in Prag, Skieuropacup- und Weltcup) und Maribor (Hostess bei Lauda Air), zu tun hat.

Anders als ehedem bestreitet nicht mehr der Titelverteidiger das Eröffnungsspiel im Aztekenstadion von Mexio City, sondern Gastgeber Mexiko gegen die Südafrikaner – für die ich allerdings ihrer Ineffizienz wegen schwarz sehen muss. Hätte, wie es immer war, also unser Titelverteidiger Argentinien mit Messi gegen Algerien gespielt, hätte das natürlich an 1986 erinnert und die ohne VAR nicht erkennbare legendäre Hand Gottes und den sportlich grandiosen, ebenso legendären, einzigartigen Sololauf Diegito Maradonas über sechs, sieben oder gar acht Briten, die er wie Skistangen zum zweiten Tor umkurvte. Viele der Granden von damals, da wie dort, voran die Hand Gottes Diegito und Kaiser Beckenbauer, sind nicht mehr unter uns, hingegen der Andres Burruchaga, Goldschütze zum 3:2, von dem man weniger hört als vom Sohnemann, der die Familienfahne hochhält – im Tennis, wo er weit unter die Top 100 vordrang, seither die Austrian-Challenger hinter sich gelassen hat…

Lassen wir den Ausflug in die Vergangenheit, um uns mit der aktuellen WM in mehr oder weniger großen drei Ländern mit riesigen Flugdistanzen mit teils drei Stunden Zeitunterschieden von Spielort und Spielort, zu beschäftigen. Das ist sozusagen der Lohn der Angst nicht nur der Torleute, wenn weniger aus Political Correctness, vielmehr des globalisierten Gewinns wegen einer Endrunde von 16 Topteams a la Argentinien mit dem Krankl-Wunder von Cordoba aufs Dreifache aufgebläht wurde; also 48 Nationalmannschaften mit Fußballzwergen a la Cap Verde oder Haiti, während die Vierfachweltmeister aus Italien gegen Bosnien, das wir eliminierten, im Playoff scheiterten. Unter nur 16 sind wir damals Siebente geworden mit dem historischen Happy End, bei dem wir den Titelverteidiger entthronten, mit dem zweitbesten WM-Resultat der Nachkriegszeit, als wir  Schotten, Tschechen, Schweizer und nach dem Deutschland-Debakel den enthronten Zweimalweltmeister Uruguay mit Weltstars schlugen. Zurück zu 1978: Hätten wir nicht im letzten Vorrundenspiel gegen die Brasilianer  knapp verloren, wäre der Rekorweltmeister schon früh ausgeschieden, obwohl er sowieso auch danach keine Bäume ausriss. Das also ins Stammbuch von Arnie, der vom besten Team aller Zeiten faselt – mehr als ein EM-Achtelfinale (zweimal) war allerdings noch nicht drin.

Bis wir spielen, geht noch einiges Wasser die Donau runter, nämlich am 17. Juni gegen die Jordanier, von denen ich oder auch wir so gut wie nichts Wissen, außer dass die meisten Spieler, im Umfeld des Nahen Ostens oder Nordafrika engagiert sind. Wir müssen nicht nur vor Messi, demnächst 39, aber  unverletzt und in Topform als Einfädler oder Torjäger, sondern auch vor Algerien, wo erstens viele Frankreich-Legionäre den Stamm bilden,  das aber zweitens die Schande von Gijon nicht vergessen hat, warnen. Damals als wir mit den Deutschen das nötige Resultat für den Aufstieg des Europameisters und Ex-Weltmeisters ausgemauschelt hatten, nur noch  im Mittelkreis spielten und auf die Pfeifkonzerte, Buhrufen und Aufhören-Schreie, pfiffen. Wir  zahlten dafür den Preis bei den Fans und mit interen Zwist, die geretteten Deutschen nicht – sie wurden nämlich Vizeweltmeister, im Finale besiegt von jenem Italien, das damals (noch 2 Punkte für Sieg, 1 für Remis) als Vorrundendritter gerade noch weitergekommen war, um dank Dino Zoff im Tor und Rossi im Sturm zum dritten Mal den Titel holten.

Soweit zur geschichtlichen Aufarbeitung, die allerdings noch eines aufzeigt: Anders  als bei Europsmeisterschaften, als 1976 die in Ostblockzeiten ganz vorn mitspielenden Tschechen, übrigens Vizeweltmeister 1962,  dank des raffinierten Elfers des späteren Rapidlers Panenka 1996, die Deutschen im Finale schlugen, nach dem Ausschluss  der kriegsführenden Jugoslawen, die aus dem Urlaub  geholten Dänen mit ihren Topstars den Sensationserfolg in Schweden landeten;  ehe sodann ein Dutzend Jahre danach von Otto dem Großen Rehhagel, genannt Rehakles, auf tödliche Konter eingestellten Griechen mit erprobten Legionären, einen erfolreichen Feldzug führten. Ansonsten waren seit 1960, also gar nur ein Quartett mit den siegreichen Sowjets , die Euro stets in fester Hand der Großmächte Deutschland, Frankreich, Spanien, Italien und Holland (Michels, Happel als Bonds-Trainer) blieb, die mit ein, zwei Ausnahmen das Geschehen bestimmten. Angesichgt der 48 Teams mit einigen (nicht ungarischen)  Kleinhäuslern lässt sich schwer sagen, welcher davon die Gunst des Augenblicks mit  kaum erkannten Stärken nützt, um dem einen oder anderen aus dem Establishment ein Bein zu stellen. Obschon wir uns mittlerweile (auch gegen viele Zweitklassler und mehr) mit Heimbilanzen, Direkt-Qualifikation durch  Gregerl-Glückstor und Wunderwuzzi-Teamchef Ralf Rangnick fast schon zu nicht eimal mehr heimlichen Titelkandidaten zählen, sei vor Selbstüberschätzung gewarnt. Selbstvertrauen ist schon ok vor der ersten Endrunde seit 28 Jahren gegen, außer Weltmeister Argentinien, schwer zu taxierende Gegner. Darum wär´s ratsam, mit beiden Beinen auf dem Boden zu bleiben, denn Hochmut kommt oft schneller zu Fall, als man denkt. 

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